Leserbrief

Fasten, Beten, Almosen geben

Sr. Alma Pia, ASC, Kloster St. Elisabeth, Schaan | 28. Februar 2015

Glaube

So hiess der alte Auftrag für die 40 Tage vor Ostern. Gilt das noch? Ein Junge fragte, als die Mutter zum Tischgebet einlud: «Wozu beten, wir haben ja die Speisen bezahlt!» Wer hat aber die Lebensmittel wachsen lassen? Wie denken Sie?
Menschen, die nur in der Not beten und vielleicht nicht erhört werden, sagen oft: Beten nützt nichts … Glauben diese an einen Gebetsautomaten? Gott ist Vater, der uns liebt, ob er nimmt und ob er gibt, wussten die «Alten». Sie lehrten uns auch: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott! Dieses Sprichwort ist in dem Sinn weise, dass Gott meinen Einsatz im Denken, Reden und Tun unterstützt, ja erst ermöglicht. «Ohne mich könnt ihr nichts tun, alles kann zum Schaden sein», lehrte Jesus. Nach Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Christi gilt die Weisheit: Gott hat keine Hände …, nur unsere Hände, Füsse, Mund, Ohren, um Menschen in Not zu helfen.
Wissen das die Mächtigen in Politik und Wirtschaft? Wollen sie wirklich den Frieden als Frucht der Gerechtigkeit und der Solidarität – oder nur den eigenen Vorteil? Stimmt es, dass die Medien nur das schreiben, was die Menschen lesen wollen? Wäre das nicht ein erschütternd beschämendes Urteil für die Leserschaft?
Mich freute es sehr, als mir eine Mitschwester aus Rom schrieb: Ein Agnostiker druckte in seiner Zeitung: «Viel Lob für den Papst. Er verdient es. Aber vielleicht sollten wir ihm weniger zujubeln und dafür leben, wozu er uns einlädt.» Das wäre wohl das wirksamste Gebet und «das Fasten, wie Gott es will».

Sr. Alma Pia, ASC, Kloster St. Elisabeth, Schaan

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