Leserbrief

Auswüchse unterbinden

Sigi Scherrer,Landstrasse 79, Vaduz | 25. September 2014

Im «Liechtensteiner Volksblatt» vom 20. September 2014, Seiten 1 und 3 («Leidensdruck nicht hoch genug?») spricht sich Minister Mauro Pedrazzini bezüglich der KVG-Reform gegen das Giesskannenprinzip aus, mit dem unser Gesundheitswesen über Jahre hinweg subventioniert wurde und immer noch wird. Jetzt aber wird der Rotstift angesetzt, auf dass die staatlichen Subventionen nicht mehr so üppig fliessen. Um das Loch zu stopfen, das sich durch diese Sparübung ergibt, sollen gleich sämtliche Versicherten zur Kasse gebeten werden – und das scheint mir genau jenes Prinzip zu sein, das Mauro Pedrazzini abschaffen will. Die Subventionen werden zwar nicht mehr nach dem Giesskannenprinzip verteilt, aber die permanent steigenden Kosten würden genau diesem Prinzip gemäss auf die Prämienzahler abgewälzt, indem die Franchise von 200 auf 500 Franken und der Selbstbehalt von 10 auf 20 Prozent erhöht werden sollen. Damit würden vor allem jene überproportional belastet, die am wenigsten medizinische Leistungen beziehen. Denn es ist hinlänglich bekannt, dass 20 Prozent der Versicherten 80 Prozent der Kosten verursachen. Dieser Schieflage ist nur beizukommen, wenn unserem Minister Pedrazzini Mittel in die Hand gegeben werden, mit denen sich die Auswüchse in unserem Gesundheitssystem – und zwar sowohl seitens der Versicherten als auch seitens der Leistungserbringer – endlich stoppen lassen.

Sigi Scherrer,
Landstrasse 79, Vaduz

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