Leserbrief

Medial dekadentes Fürstentum

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 30. Mai 2017

Medien in Liechtenstein

Ulrich Hoch hat nun einen gut recherchierten Leserbrief, welcher die Hintergründe der Flüchtlingsströme, deren Schlepperbanden, deren kriminelle Seiten und das Versagen der EU aufzeigt, an das «Vaterland» geschickt. Dieses lehnte eine Veröffentlichung mit der Begründung ab, Lesermeinungen müssten einen Bezug zu Liechtenstein haben. Da fragt man sich dann doch, auf welchem medialen Schreckensplaneten wir nun gelandet sind und welcher selbstherrliche Zensurfilm da schon wieder abläuft. Man sollte besser fragen, warum das «Vaterland» mit Berichten aus aller Welt, welche mit unserem Lande rein gar nichts zu tun haben, das Zeitungspapier verschmiert und sinnlos versaut. Oder geht es nur darum, den dummen kleinen Bürger in dessen engen FL-Horizont gehalten zu wissen? Oder sind die Chefredakteure eifersüchtig auf Menschen, welche ein Hirn haben, das auch über den Rheindamm hinüberreicht. Dass das «Vaterland» Meinungen über das Flüchtlingsproblem, das den ganzen Kontinent in Atem hält, als Meinung eines mitdenkenden FL-Bürgers nicht duldet, ist einfach nur noch beschämend.
Man sollte eher fragen, ob man dem Radio L nur deshalb Geld gibt, damit es den ganzen Tag, von früh bis spät, von morgens bis in die Nacht hinein, die billigsten aller billigen Musikkonserven, welche mit unserem Lande schon rein gar nichts zu tun haben, herunterspulen kann. Hirn- und substanzloses Gedudel und Gesülze. Keine Folklore, keine Konzerte, keine Klassik aus Liechtenstein. Nur fremde, zu 99 Prozent in nasalpubertierendem Englisch herausgewürgte Ruhestörung von früh bis spät, die einem auch in jeder Kneipe und in jedem Kaufhaus den Nerv abwürgt.
Ein mediales Zauberkunststück Liechtensteiner Weltklasse leisten sich periodisch die Landesblätter. Da werden die 4 Parteien zu ihrer Meinung befragt und wie wir nun alle wissen, enthalten sich seit Neuem die Unabhängigen der Stellungnahme in der «Liewo». Richtigerweise ist ihnen die politische Arbeit im Landtag wichtiger, wie die von der Zeitung vorgehätschelte und kanalisierte, von der dümmlichen Schönpolitikbibel verlangte Meinungsmache und Menschenverblödung. Seit geraumer Zeit wird auf der für die DU vorgesehenen Spalte diese mit dem Vermerk angeprangert, die DU hätte sich bis Redaktionsschluss nicht gemeldet. So wird dem ahnungslosen Leser dezent einfiltriert, dass die Unabhängigen nicht kooperativ, untätig und an Meinungsbildung nicht interessiert sind. Ein ganz subtiler und äusserst hinterhältiger Pranger im medialen Unschuldskleid.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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