Leserbrief

Und noch schnell den Nazi holen

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 5. August 2017

Sexualität

Mein Zweifel an den Ansichten des Herrn Hasler aus Zürich zur Kindererziehung und zu römischen Sexgenüssen auch für uns und für alle, hat den Verein Flay und Frau Karin Jenny spontan an die Feder gelockt. Jene sieht in Studien, die sich sachlich mit dem Thema «Probleme der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften» auseinandersetzen, einfach nur Lügen und frei Erfundenes. Und der Flay-Verein lässt sich zur Aussage hinreissen, dass einzig die, wie von Jenny genannte «kranke» Gesellschaft diese Probleme verursacht.
Und wie könnte es denn anders sein, meldet sich auch Pepo Frick zu Wort und holt zünftig aus. Dabei ist er sich für Übertreibungen und Verdramatisierungen nicht zu schade. Allem, was sich getraut, an den gesellschaftlichen und auch menschlichen Vorzügen oder Nachteilen solcher Verbindungen auch nur zu denken, haut er mit seiner Moralkeule über die Rübe, dass es nur so pfeift. Seine von ihm persönlich gezogene rote Linie ist dabei das Mass aller Dinge. Zweifel und andere Ansichten sind unisono einfach nur Hetze und jene ist zu verdammen.
Und wie könnte es anderes sein, müssen wieder einmal die brauen Kappen der Nationalsozialisten herhalten, um der Sache noch schnell ein Totschlagargument aufzusetzen.
Deshalb noch einmal: Wenn wir nicht mehr darüber diskutieren können, in welcher Weise gleichgeschlechtliche Beziehungen dem Wohle und dem Fortbestand der Gesellschaft dienen und jeden, der es wagt, daran zu zweifeln, als deren Zerstörer brandmarken, dann ist diese Gesellschaft auch nicht gerade viel wert.


Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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