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Leserbrief

Spital Grabs und Landesspital

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 30. Juni 2016

Medicnova

Der Konkurrenzkampf hat begonnen. Wer kann mehr Patienten akquirieren und operieren? Medicnova, als Operationsklinik, hat keinen OKP-Vertrag, aber die Ärzte. Die acht Ärzte sind schlau. Sie haben Belegarztverträge mit Grabs und anderen Regionalspitälern abgeschlossen. Für Patienten, die in der Medic­nova nicht operiert werden können, weil sie keine Privat- bzw. Halbprivat-Zusatzversicherungen haben. Wie geht es weiter mit dem Landesspital?
In Anbetracht des demografischen Wandels werden wir in Zukunft mehr Senioren haben. Altersbedingte «Krankheiten» müssen aber nicht immer ärztlich behandelt werden. Richtig krank werden sie durch Überarztung und Übermedikation, wie Rücken-, Hüft- und Knieschmerzen, Herzkreislauf- und Lungenerkrankungen, Nieren- und Prostatabeschwerden, Depressionen etc. Im Klartext: Senioren sind die idealen Patienten. Jahrelange Behandlung ist garantiert.
Knie- und Hüftgelenksoperationen sind sehr lukrativ für Ärzte. «Folgeschäden» dürfen weiter behandelt werden. Das heisst nichts anderes, als dass unsere Gesundheitskosten massiv erhöht werden, die Folge wäre eine erneute Prämienerhöhung.
Es darf nicht sein, dass Patienten Opfer des Konkurrenzkampfes zwischen Ärzten und Kliniken werden. Privatkliniken müssen Rendite bringen. Das kann nur durch viele Operationen erwirtschaftet werden. Wer mehr operiert, verdient mehr Geld und die Patienten bleiben auf der Strecke. Die Gefahr, unnötig operiert zu werden, steigt damit immens. Ein aufgeklärter Patient lässt sich nicht gleich operieren und sollte über Risiken und Nebenwirkungen Bescheid wissen. Ehrliche Ärzte sind gefragt und nicht solche, die den «Gesundheitstourismus» ankurbeln.
Ich kann nur raten: Patienten sollten vor jeder Operation eine Zweitmeinung von einem unabhängigen Arzt, ausserhalb des Landes, einholen. Die SPO (Schweizerische Patientenorganisation) berät sie gerne (http://www.spo.ch). Ich bezweifle, dass es im Land unabhängige Ärzte gibt.

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

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