Leserbrief

Mehr Vision, weniger Angst

Asha Ospelt-Riederer,Im Wingert 48, Schaan | 30. September 2017

Quoten-Diskussion

In letzter Zeit wurde von verschiedenen Politikern betont: «Eine Geschlechterquote würde beim Stimmvolk nie durchkommen.» Ich war bisher der Meinung, dass ein Mensch eine Handvoll essenzieller Eigenschaften mitbringen müsse, um Politiker zu werden: Visionen, Durchsetzungskraft und der Wunsch nach Verbesserung des Landes, für das er gewählt wurde. Ich war der Auffassung, man müsse ein Mensch mit Visionen sein, ein Mensch, der die Stärken und Schwächen seines Landes kennt und die Stärken bewusst einsetzt, um die Schwächen auszugleichen. Ein Politiker müsse ein Mensch sein, dachte ich, der sich einsetzt, sein Land zu verbessern und mit gutem Beispiel vorangeht. Dass Frauen aus verschiedensten Gründen schlechtere Karten in Politik und Wirtschaft haben, wurde nun bis zur Genüge dargelegt und bewiesen. Sie, liebe Politiker, müssten doch jetzt diejenigen sein, die Ideen bringen, um diese Schwäche im System auszumerzen, zum Wohl Ihres Volkes, das aus Frauen und Männern besteht. Sie müssten jetzt diejenigen sein, die Wege aufzeigen in eine gerechtere Zukunft. Ob dies eine Geschlechterquote ist oder ob Sie bessere, ebenbürtige Methoden finden, ist bei einem echten Willen zur Veränderung zweitrangig. Trotzdem stellt sich die Frage, warum so wenige Politiker gewillt sind, eine Geschlechterquote, von allen als «effizientes Mittel» für eine faire Abbildung der Gesellschaft in der Politik angesehen, in Erwägung zu ziehen. Denn die Besten haben nichts zu befürchten. Die besten Männer werden immer noch Politiker sein können. Eine Quote ist nur eine Gefahr für mittelmässige und schlechte Politiker.

Asha Ospelt-Riederer,
Im Wingert 48, Schaan

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