Leserbrief

Die Jubiläums- brücken-Diskussion

Udo Meesters,Hofistrasse 42, Triesenberg | 29. September 2017

Seit Wochen verfolge ich das Pro und Kontra in Bezug auf die Jubiläumshängebrücke. Natürlich ist ein 300-Jahr-Jubiläum in irgendeiner Weise zu ehren. Für mich stösst aber immer wieder ein Widerspruch auf, welcher nicht im Pro und Kontra liegt. Da feiert ein Land ein seltenes 300-Jahr-Jubiläum. Statt zu einem Ideen-Wettbewerb aufzurufen, an dem sich Bürger des ganzen Landes beteiligen können, präsentiert man der Öffentlichkeit schon fast ein vorprogrammiertes Diskussions-Debakel. Einserseits geht es um die Natur, welche von uns Menschen durch Raubbau und viel unnütze Sachen immer mehr eingeschränkt wird. Andererseits um Sparmassnahmen und im Gegenzug um immense Kosten für eine Hängebrücke. Gemeinden stimmen zu, dann wieder doch nicht und so zieht es sich monatelang mit Diskussionen hin, ohne dass nur irgendein diskussionsfähiger Alternativ-Vorschlag von irgendeiner Seite gekommen ist. Die Hängebrücke trägt mit Recht diesen Namen, denn bisher wurde nicht eine vernünftige Brücke in den Diskussionen zustande gebracht, sondern alles hängt. Es sind nur noch wenige Monate bis zum Jubiläum und man lässt diese Zeit für ein vernünftiges Projekt (ich meine nicht die Hängebrücke) in hängenden Diskussionen verstreichen. Ich persönlich brauche diese Brücke nicht, weil ich sie nie nutzen kann und werde. Ich denke viele andere Bürger in diesem Lande auch nicht. Wenn ein Land sinnlose Zeit verstreichen lässt und sich ohne weitere Projektideen an eine Brücke hängt, dann bezeichne ich das als Zuschauer und Leser einfach als ein ideenloses Land, welches sich mit einer Akribie an einer ­Brücke förmlich aufhängt. Vor allen Dingen verstehe ich nicht die Regierung, welche trotz laufender Aufrufe und Feststellungen von Sparmassnahmen sich für so ein teures Projekt ausspricht und keine weitere Alternative selbst anzubieten hat. Hört endlich auf zu diskutieren und legt weitere Projektvorschläge auf den Tisch, als sich an ein hängendes Jubiläumsprojekt festzuklammern.

Udo Meesters,
Hofistrasse 42, Triesenberg

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