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Der neue Präsident der Vereinigung liechtensteinischer gemeinnütziger Stiftungen und Trusts e.V. (VLGST) Thomas Zwiefelhofer und dessen Vorgänger Hans Brunhart geben im «Volksblatt»-Interview einen Einblick in die Arbeit gemeinnütziger Stiftungen. (Foto: Michael Zanghellini)
Wirtschaft
Liechtenstein|03.07.2020

Ein Spagat zwischen Kommunikation und Verschwiegenheit

VADUZ - Tue Gutes und rede darüber – heisst es so schön. Bei gemeinnützigen Stiftungen ist dies oft aber gar nicht so einfach, wie VLGST-Gründungspräsident Hans Brunhart und der neue VLGST-Präsident Thomas Zwiefelhofer im Gespräch verdeutlichen.

Der neue Präsident der Vereinigung liechtensteinischer gemeinnütziger Stiftungen und Trusts e.V. (VLGST) Thomas Zwiefelhofer und dessen Vorgänger Hans Brunhart geben im «Volksblatt»-Interview einen Einblick in die Arbeit gemeinnütziger Stiftungen. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Tue Gutes und rede darüber – heisst es so schön. Bei gemeinnützigen Stiftungen ist dies oft aber gar nicht so einfach, wie VLGST-Gründungspräsident Hans Brunhart und der neue VLGST-Präsident Thomas Zwiefelhofer im Gespräch verdeutlichen.

«International ist die gemeinnützige Stiftung ein anerkanntes Modell, da sie für eine Idee und nicht für eine Person steht.»

Hans Brunhart, Gründungspräsident VLGST

«Volksblatt»: Herr Brunhart, als Gründungspräsident haben Sie die Vereinigung liechtensteinischer gemeinnütziger Stiftungen und Trusts (VLGST) initiiert und 10 Jahre vorgestanden. Das war damals kurz nach der Finanzplatzkrise und der sogenannten «Liechtenstein-Erklärung» im Jahr 2009. Wie war das damals, vor allem im Ausland Vertrauen aufzubauen, in einer Zeit der Vorbehalte gegenüber Liechtenstein?

Hans Brunhart: Die gemeinnützige Stiftung war zu dieser Zeit geeignet, Vertrauen im Ausland aufzubauen, da sie auch damals unbestritten und deshalb eine gute Basis für die Kommunikation war. International ist die gemeinnützige Stiftung ein anerkanntes Modell, da sie für eine Idee und nicht für eine Person steht. Durch eine positive Positionierung der gemeinnützigen Stiftungen konnten für den Standort neue Perspektiven geschaffen werden. Dabei war es sehr wichtig für die VLGST, bei der Organisation der europäischen Stiftungsverbände DAFNE (Donors and Foundations Networks Europe) als Mitglied aufgenommen zu werden. Um dies zu erreichen, haben wir auch diejenigen kontaktiert, die skeptisch gegenüber dem Standort Liechtenstein waren. So war etwa auch der Bundesverband deutscher Stiftungen eine der ersten Anlaufstellen der VLGST für Gespräche, in denen wir die liechtensteinische Rechtslage darstellen konnten. Grundlage bildeten das 2009 revidierte, international wettbewerbsfähige Stiftungsrecht und das ebenfalls geänderte europakompatible Steuergesetz. Die Gründung der VLGST basierte auf der damaligen Situation und den daraus gezogenen zukunftsorientierten Schlüssen.

(Foto: Michael Zanghellini)

Philanthropisches Handeln kann in vielfältiger Art und Weise ausgeführt werden. Wie interpretieren Sie diesen Begriff?

Hans Brunhart: Das Wort «Philanthropie» stammt aus dem Griechischen und bedeutet Menschenfreundlichkeit. Durch philanthropisches Handeln wird Menschen geholfen, die Unterstützung brauchen. Hingegen ist der Begriff «Gemeinnützigkeit» etwas breiter definiert als Philanthropie, da dieser auch beispielsweise den Umweltschutz und Tierschutz umfasst. Damit durch philanthropisches oder gemeinnütziges Handeln langfristig und zielorientiert konkrete gesellschaftliche Ziele erreicht werden können, braucht es ein gewisses Mass an Organisation und einen geeigneten Rechtsrahmen. Eine Möglichkeit dazu ist die Errichtung einer gemeinnützigen Stiftung. Ihre Organisationsform bietet die Möglichkeit, um nachhaltig etwas zu verändern und die beabsichtigten Effekte zu erreichen. So haben viele Stiftungen inzwischen eine eigene Geschäftsstelle zur professionellen Umsetzung ihrer Stiftungsarbeit. In den vergangenen Jahren erfolgten eine zunehmende Professionalisierung und Transparenz des Sektors.

«Vielfach haben die Stifter selbst keine Kinder, weshalb sie ihr Vermögen für ein für sie wichtiges Thema widmen wollen.»

Thomas Zwiefelhofer, Präsident VLGST
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(hf)

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