Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Zu Beginn der Landtagssitzung am Mittwoch wurde im Hohen Haus eine Schweigeminute abgehalten, um die Verbundenheit mit der ukrainischen Bevölkerung auszudrücken. (Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|10.03.2022 (Aktualisiert am 10.03.22 10:53)

Ukraine-Krieg: Was Liechtensteiner derzeit wissen müssen

VADUZ - Rund drei Stunden lang beantwortete die Regierung im März-Landtag Fragen zur Ukraine und informierte über aktuelle Entwicklungen. Volksblatt.li hat die wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammengefasst.

Zu Beginn der Landtagssitzung am Mittwoch wurde im Hohen Haus eine Schweigeminute abgehalten, um die Verbundenheit mit der ukrainischen Bevölkerung auszudrücken. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Rund drei Stunden lang beantwortete die Regierung im März-Landtag Fragen zur Ukraine und informierte über aktuelle Entwicklungen. Volksblatt.li hat die wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammengefasst.

Nimmt Liechtenstein Flüchtlinge auf?

Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass rund vier Millionen Menschen vor dem Krieg in der Ukraine flüchten müssen. "Wir wissen nicht genau, was uns in den nächsten Tagen und Wochen auf uns zukommen wird", so Innenministerin Sabine Monauni. Liechtenstein habe den europäischen Partnern aber angeboten, im Rahmen seiner Möglichkeiten zu helfen. Nicht nur die Regierung, sondern auch der Landtag will aus der Ukraine geflüchtete Menschen aufnehmen, der Landtag setzte mit einer Petition auch ein klares Zeichen dafür.

11 Personen aus der Ukraine angekommen

Seit Beginn des Krieges hätten in Liechtenstein bisher elf Personen aus der Ukraine um Asyl angesucht. Zudem halten sich derzeit rund 30 Landwirtschaftspraktikanten aus der Ukraine im Land auf, sie dürfen auch nach Ablauf des einjährigen Praktikums bleiben. "Aktuell wird niemand in die Ukraine zurückgeschickt - unabhängig vom Aufenthaltsstatus", betonte Monauni.

Die Taskforce Asyl koordiniere die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen, derzeit werden die Unterbringungsmöglichkeiten überprüft und aktualisiert. Im Flüchtlingsheim seien rund 100 Plätze frei. "Es ist wichtig, dass wir eine adäquate Unterbringung von Familien bereitstellen können", betonte Monauni. Kinder sollen möglichst nicht in Luftschutzbunkern untergebracht werden, was im Landtag entsprechend begrüsst wurde.

Auf Bedürfnisse von Kindern eingehen

"Geflüchtete Kinder sollen so schnell wie möglich und ohne Angst den Unterricht besuchen können", ergänzte Bildungsministerin Dominque Hasler. Die Schulen seien darauf sowohl räumlich als auch personell vorbereitet, um umgehend Kinder in die Schule zu integrieren. Wo diese Kinder beschult werden, hänge stark von deren Anzahl ab.

Der Intensivkurs Deutsch als Zweitsprache (IK DaZ) ist eine der Massnahmen, um neu eingereiste Kinder und Jugendliche im Schulsystem aufzufangen. "Der Vorteil ist, dass wir dort sehr kleine Gruppen haben und gezielt mit Experten auf die Bedürfnisse dieser Kinder eingehen können", erklärt Hasler. Sie sollen die Sprache möglichst schnell erlernen, es stünden aber auch Übersetzer zur Verfügung. Liechtenstein habe diesbezüglich bereits Erfahrung, verweist Hasler etwa auf Flüchtlingskinder aus Syrien.

Flüchtlinge dürfen auch arbeiten

Die Regierung prüft analog zur Schweiz und den EU-Staaten auch die Einführung des Schutzstatus S, womit betroffene Personen möglichst unbürokratisch in Liechtenstein aufgenommen werden können. "Damit werden zeitaufwändige Asylverfahren vermieden. Personen mit Schutzstatus S unterliegen den gleichen Bedingungen wie Asylsuchende und vorläufig Aufgenommene", erklärte Monauni. Sie haben also die Möglichkeit, einer Arbeit nachzugehen, eine Schule zu besuchen, erhalten Unterstützungsleistungen und sind krankenversichert. Die gesetzliche Grundlage für die Einführung dieses Schutzstatus sei bereits vorhanden, ein erster Verordnungsentwurf liegt ebenfalls vor und wird derzeit legistisch geprüft. Derzeit ist vorgesehen, diese Verordnung bis 28. Februar 2023 zu befristen und je nach weiterer Entwicklung des Krieges zu verlängern.

Plus-Artikel

Lies unsere digitalen Premiuminhalte

Sie erwarten 47 Absätze und 2732 Worte in diesem Plus-Artikel.
(df)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Politik
Liechtenstein|09.03.2022 (Aktualisiert am 09.03.22 19:50)
Landtag setzt Zeichen zur Aufnahme von Flüchtlingen
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung