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Mein Recht
Liechtenstein|17.03.2022

Was ist eine Vorsorgevollmacht und brauche ich eine solche?

VADUZ - Für die meisten Menschen ist es üblich, die eigenen Angelegenheit selbst zu regeln. So entscheidet man beispielsweise selbst, welche Ausgaben man tätigt, ob Verträge abgeschlossen werden, wo man wohnt oder welchen medizinischen Behandlungen man sich unterzieht. Es kann jedoch passieren, dass man diese Entscheidungen irgendwann nicht mehr selbst treffen kann, wie etwa aufgrund einer Krankheit. Für derartige Fälle könnte rechtlich mittels Vorsorgevollmacht - wie nachfolgend kurz erläutert wird - vorgesorgt werden.

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VADUZ - Für die meisten Menschen ist es üblich, die eigenen Angelegenheit selbst zu regeln. So entscheidet man beispielsweise selbst, welche Ausgaben man tätigt, ob Verträge abgeschlossen werden, wo man wohnt oder welchen medizinischen Behandlungen man sich unterzieht. Es kann jedoch passieren, dass man diese Entscheidungen irgendwann nicht mehr selbst treffen kann, wie etwa aufgrund einer Krankheit. Für derartige Fälle könnte rechtlich mittels Vorsorgevollmacht - wie nachfolgend kurz erläutert wird - vorgesorgt werden.

Was ist denn nun eigentlich eine Vorsorgevollmacht? Es handelt sich dabei um eine Vollmacht, die jemand (der sogenannte Vollmachtgeber) einer anderen Person (man spricht hier vom Bevollmächtigten) für den Fall des Verlusts der eigenen Geschäfts-, Einsichts- und Urteils- oder Äusserungsfähigkeit erteilt. Die Vollmacht soll sohin erst dann gelten, wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist, bestimmte rechtliche Angelegenheiten zu regeln. Das könnte zum Beispiel Vermögensangelegenheiten, aber auch Vertragsabschlüsse oder Wohnsitzänderungen betreffen.

Grundsätzlich sollte bei der Errichtung einer Vorsorgevollmacht beachtet werden, dass eine geeignete und vor allem auch fähige Person zur Erledigung der Angelegenheiten ausgewählt wird und die zu besorgenden Angelegenheiten genau angeführt werden. Acht gelegt werden muss weiters darauf, dass die gesetzlichen Formvorschriften bei der Errichtung eingehalten werden.

Ist die Vorsorgevollmacht unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen errichtet worden und sodann der Fall eingetreten, dass der Vollmachtgeber nicht mehr selbst handeln bzw. entscheiden kann, kann der Bevollmächtigte die vereinbarten Angelegenheiten für den Vollmachtgeber erledigen; für diesen also handeln und seine Interessen vertreten. Er hat dabei dem Willen des Vollmachtgebers bzw. dessen Wohl zu entsprechen.

Eine errichtete Vorsorgevollmacht kann weiters beim Fürstlichen Landgericht registriert werden. Dies schafft vor allem Rechtssicherheit. Tritt dann irgendwann der Fall ein, dass der Vollmachtgeber tatsächlich nicht mehr selbst handeln kann, also seine Geschäfts-, Einsichts- und Urteils- oder Äusserungsfähigkeit verliert, kann bei Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses registriert werden, dass die Vorsorgevollmacht nun auch wirksam ist. Das Fürstliche Landgericht stellt daraufhin dem Bevollmächtigten eine Bestätigung aus und händigt ihm eine Übersicht über die mit der Vorsorgevollmacht verbundenen Rechte und Pflichten aus. Diese kann er dann bei der Besorgung der Angelegenheiten als Nachweis Dritten vorlegen.

Ob es nun im Einzelfall ratsam ist, eine Vorsorgevollmacht zu errichten, hängt einerseits vom konkreten gesundheitlichen Zustand des Errichters ab. Andererseits auch davon, ob spezielle Personen für die Erledigung von festgelegten Tätigkeiten vorab für den Fall der entsprechenden Unfähigkeit des Vollmachtgebers bestimmt werden sollen. Ebenso sollte bei der Entscheidung berücksichtigt werden, was für rechtliche Folgen eintreten können, wenn keine Vorsorgevollmacht errichtet wird. Jedenfalls ist es empfehlenswert, rechtliche Expertise zugeschnitten auf die jeweilige konkrete Situation einzuholen.

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Rechtsanwältin Mag. iur. Fabienne Seppi

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