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Mein Recht
Liechtenstein|20.01.2022 (Aktualisiert am 15.03.22 10:47)

Kann ein Elternteil alleine darüber entscheiden, das gemeinsame Kind impfen zu lassen?

VADUZ - In aktuellen Zeiten ist das Thema Covid-19 und insbesondere die Impfung dagegen in aller Munde. Dies führt oftmals auch zwischen Elternteilen zu Konflikten, denn gehen die Meinungen über die Impfung des gemeinsamen Kindes nicht selten auseinander. Vor allem Eltern, welche getrennt leben, sind häufig unterschiedlicher Auffassung, was das Beste für das Kind ist. Wie das Problem rechtlich zu betrachten ist, wird nachfolgend kurz erläutert.

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VADUZ - In aktuellen Zeiten ist das Thema Covid-19 und insbesondere die Impfung dagegen in aller Munde. Dies führt oftmals auch zwischen Elternteilen zu Konflikten, denn gehen die Meinungen über die Impfung des gemeinsamen Kindes nicht selten auseinander. Vor allem Eltern, welche getrennt leben, sind häufig unterschiedlicher Auffassung, was das Beste für das Kind ist. Wie das Problem rechtlich zu betrachten ist, wird nachfolgend kurz erläutert.

Grundsätzlich können Kinder in sogenannte medizinische Heilbehandlungen (darunter fallen prinzipiell auch Impfungen) selbst einwilligen, sofern sie einsichts- und urteilsfähig sind. Dies sind sie, wenn sie die Tragweite ihrer Entscheidung richtig erfassen und ihr Verhalten danach ausrichten können. Ab einem Alter von 14 Jahren wird dies generell vermutet, woraus folgt, dass ein Kind ab 14 Jahren selbst entscheiden kann, ob es sich impfen lassen will oder nicht.

Ist das Kind unter 14 Jahre wird im Umkehrschluss angenommen, dass es nicht selbst einwilligen kann sich impfen zu lassen. Nun stellt sich somit konkret die Frage, welcher Elternteil die Einwilligung erteilen kann. Entscheidend ist hierbei, wer zur Obsorge über das Kind berechtigt ist und daher das Sorgerecht innehat. Die Einwilligung in medizinische Behandlungen (Impfung) ist nämlich von der Obsorge umfasst.

Hat nur ein Elternteil die Obsorge (sog. alleinige Obsorge) inne, ist dieser grundsätzlich berechtigt alleine über die Impfung des Kindes zu entscheiden und das Kind impfen zu lassen. Darüber sollte er jedoch den anderen Elternteil informieren. Kommt hingegen beiden Elternteilen das Sorgerecht zu, kann jeder von ihnen das Kind impfen lassen, ohne die Zustimmung des anderen Elternteils nachzuweisen. Im Verhältnis zwischen den Eltern zueinander sollten diese jedoch darum bemüht sein, ein Einvernehmen zu erzielen. Jedenfalls ist zudem hervorzuheben, dass Eltern beim Handeln in Bezug auf ihre Kinder immer das Kindeswohl an oberster Stelle betrachten und ihre Handlungen danach ausrichten sollten.

Letztlich ist stets konkret auf den Einzelfall bezogen zu prüfen und zu beurteilen, ob und inwiefern gegen eine geplante oder bereits erfolgte Impfung rechtlich vorgegangen werden kann, sodass im nächsten Schritt allfällige rechtliche Massnahmen mittels Beizugs eines Rechtsanwaltes wirksam ergriffen werden können.

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WEITERE INFORMATIONEN

Rechtsanwältin Mag. iur. Fabienne Seppi

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NÄGELE Rechtsanwälte GmbH

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