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Mein Recht
Liechtenstein|16.12.2021

Inwiefern kann mein Vermieter den Mietvertrag kündigen und welche Fristen muss er hierbei einhalten?

VADUZ - Insbesondere Mieter von Räumlichkeiten haben oftmals Sorge, dass ihr Mietvertrag seitens des Vermieters gekündigt wird und sie nicht rasch genug eine neue Bleibe finden. Es ist daher durchaus hilfreich, sich über die gesetzlichen Grundlagen wie Termine, Fristen, Gründe etc. gut zu informieren, sodass man allfällige Fehler bei der Kündigung erkennen sowie dagegen vorgehen kann. Ein kurzer Überblick möge nachfolgend Hilfestellung bieten. 

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VADUZ - Insbesondere Mieter von Räumlichkeiten haben oftmals Sorge, dass ihr Mietvertrag seitens des Vermieters gekündigt wird und sie nicht rasch genug eine neue Bleibe finden. Es ist daher durchaus hilfreich, sich über die gesetzlichen Grundlagen wie Termine, Fristen, Gründe etc. gut zu informieren, sodass man allfällige Fehler bei der Kündigung erkennen sowie dagegen vorgehen kann. Ein kurzer Überblick möge nachfolgend Hilfestellung bieten. 

Anfangs ist prinzipiell zu differenzieren, ob es sich um ein befristetes oder unbefristetes Mietverhältnis handelt. Befristet ist ein Mietverhältnis, wenn eine bestimmte Mietdauer vereinbart wurde. Das Mietverhältnis endet dann grundsätzlich mit Ablauf der vereinbarten Mietdauer ohne Kündigung.

Von unbefristeten Mietverhältnissen spricht man hingegen, wenn keine Vereinbarung über eine bestimmte Dauer der Miete besteht. Diesbezüglich ist mitunter gesetzlich vorgesehen, dass die Miete einer Wohnung mit einer Frist von drei Monaten auf Ende eines Monats, von Geschäftsräumen mit einer Frist von sechs Monaten auf Ende eines Monats gekündigt werden kann. Von diesen Fristen kann jedoch unter Umständen mittels Mietvertrags abgewichen werden. Die Kündigungsfristen könnten verlängert werden, zudem kann ein anderer Termin (z.B. Ende eines Quartals, etc.) vereinbart werden.

Des Weiteren gibt es Gründe, aufgrund von welchen ein Mietverhältnis ausserordentlich gekündigt werden kann. Zu nennen sind hier beispielhaft wichtige Gründe, welche die Vertragserfüllung unzumutbar machen, Konkurs des Mieters bei Nichtleistung einer Sicherheit, Zahlungsrückstand des Mieters nach Ablauf der Zahlungsfrist, Verletzung der Sorgfaltspflicht des Mieters trotz schriftlicher Mahnung, usw. Hierbei sind jedoch teilweise ebenso - jedoch deutlich kürzere - Fristen sowie sonstige Voraussetzungen zu beachten.

Darüber hinaus muss die Kündigung eine bestimmte Form aufweisen, diese muss nämlich zumindest schriftlich erfolgen und bestimmte Angaben enthalten. Der Mietvertrag kann allenfalls auch gerichtlich aufgekündigt werden. 

Schliesslich bestehen gesetzlich definierte Möglichkeiten gegen eine Kündigung vorzugehen: eine erfolgte Kündigung des Vermieters könnte unter Umständen angefochten werden, wobei hierfür fristgerecht Klage erhoben werden muss. Gegen eine gerichtliche Aufkündigung besteht die Option binnen der vorgeschriebenen Frist Einwendungen zu erheben.

Zusammenfassend ist im Falle einer Kündigung daher derart vorzugehen, als dass vorab zu prüfen ist, ob und inwiefern diese überhaupt wirksam erfolgt ist. Hierfür ist einerseits die Form zu wahren, andererseits müssen die zeitlichen sowie allenfalls inhaltlichen Voraussetzungen eingehalten werden. Sodann kann geprüft werden, inwiefern gegen die Kündigung vorgegangen werden kann. Stets ist auf den konkreten Einzelfall abzustellen und daher die Beiziehung eines Rechtsanwalts anzuraten.

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Rechtsanwältin Mag. iur. Fabienne Seppi

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NÄGELE Rechtsanwälte GmbH

Dr. Grass Strasse 12, 9490 Vaduz, Liechtenstein

 

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