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Der Goldlochspitz ist mit 2109 Metern der höchste Punkt der Heuberg-Tour. Vom Gipfel aus bietet sich einen Rundumblick auf das Rheintal und die Bergwelt. (Fotos: Michael Wanger)
Ferien zuhause
Liechtenstein|25.06.2020 (Aktualisiert am 26.06.20 13:56)

Eine Wanderung, die Geschichte und Natur sichtbar macht: Die Heuberge

TRIESENBERG - Erst wer realisiert, was links und rechts der Wanderwege wächst und steht, begreift auch, wie Natur und Geschichte zusammenhängen. Das «Volksblatt» begab sich mit Wanderguide Thomas Tichy auf eine Spurensuche.

Der Goldlochspitz ist mit 2109 Metern der höchste Punkt der Heuberg-Tour. Vom Gipfel aus bietet sich einen Rundumblick auf das Rheintal und die Bergwelt. (Fotos: Michael Wanger)

TRIESENBERG - Erst wer realisiert, was links und rechts der Wanderwege wächst und steht, begreift auch, wie Natur und Geschichte zusammenhängen. Das «Volksblatt» begab sich mit Wanderguide Thomas Tichy auf eine Spurensuche.

Liechtenstein nicht nur erwandern, sondern auch dessen Geschichte und Natur in einem Zusammenhang sehen – Das ist es, was sich Wanderguide Thomas Tichy auf die Flagge geschrieben hat. Um das zu verdeutlichen, begleitete er das «Volksblatt» auf einer Tour durch die Heuberge Triesens und Triesenbergs. Heu. Was heute Viele «nur» für getrocknetes Gras halten, war früher eine wahre Kostbarkeit. Doch wieso? «Bereits ein Hut voller gutem Heu, kann eine Kuh einen ganzen Tag lang nähren, sagte man früher», erklärt Tichy. Zwar mag das eher eine übertragene Bedeutung haben, doch wie jede Überlieferung hat auch diese einen Funken Wahrheit: Auf den alten Heuwiesen wächst eine grosse Vielfalt an verschiedenen Kräutern, Blumen und Gräsern. Diese machen eben diese vielen und wichtigen Nährstoffe für das Vieh aus. Da das den Bauern bewusst war, trockneten sie das Heu vor Ort in kleinen Hütten, von denen es heute noch einige gibt. «Das war auch eine Art Versicherung», meint Wanderguide Tichy, «Denn wenn es zum Beispiel zuhause brannte, konnten die Bauern das Vieh retten und hatten in den Bergen immer noch genügend Futter übrig.»

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Kleine Heuhüt­ten säumen die Wege auf der Tour.

Mit offenen Augen durch die Natur

Beim Übergang zum Kolmegrat, wo die Heuberge enden, bietet sich Wanderern nicht nur ein Rundblick auf das Rheintal und die Liechtensteiner Bergwelt, sondern auch auf die grosse Flora und Fauna der Alpen. Auf dem Weg zum Goldlochspitz entdeckte Wanderguide Tichy zahlreiche Blumen- und Insektenarten, die eher die Ausnahme als die Regel sind. Sein Highlight: Die Feuerlilie. Aber vorsicht: So schön die Blumen auch sein mögen, pflücken darf man sie nicht. Das liechtensteinische Alpengebiet ist nämlich ein Pflanzenschutzgebiet. Ein Weckruf dafür, dass Wanderer die Natur entdecken und respektieren sollen. Das wünscht sich auch Giusep Dermon, den das «Volksblatt» beim Abstieg auf der Alp Lawena traf: «Nicht nur sollten Berggänger über die nötige Ausrüstung verfügen, sondern auch auf den gekennzeichneten Wanderwegen bleiben. Das Wild und die Pflanzen haben es ohnehin schon herausfordernd genug.»

Wieder zurück auf den Heubergen, kommt bei «Heudörfchen» wie Tuass oder Platta ein besonderes Merkmal zum Vorschein: Die Häuschen sind alle gleich gross. «Das ist kein Zufall. Jede Hütte darf hier nur 24 Quadratmeter gross sein», erklärt Wanderguide Tichy. Es gebe noch viel mehr über seinen Geheimtipp, die Heuberg-Tour, zu erzählen. Das soll aber eine Überraschung für diejenigen sein, die eine Tour mit ihm in Angriff nehmen wollen, um auf den Spuren des Heus die Heuberge zu erwandern.

Infos zu Tichys Angeboten und dessen Kontakt finden Sie im Internet.

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Tuass gleicht einem kleinen Bergdorf, ist aber eigentlich nur eine konzentrierte Ansam­mlung an kleinen Heuhüt­ten.

Eckdaten

Die Heuberge von Triesenberg aus erkunden

  • Startpunkt: Triesenberg; Steinort (Bushaltestelle Steinort oder Guferwald)
  • Dauer: Etwa 9 1/2 Stunden bei gemütlichem Tempo
  • Schwierigkeit: Anspruchsvoll (betrifft die Gesamtroute); langer und teils steiler Weg; wenn möglich nur in Begleitung eines Wanderleiters
  • Sonstiges: Es gibt unterschiedlich lange und anspruchsvolle Wanderungen in den Heubergen. Die beschriebene Tour ist das «Gesamtpaket». Es gibt also verschiedene Ein- und Ausstiegspunkte. Eine dieser Varianten finden Sie auch auf tourismus.li. Auch Wanderleiter Thomas Tichy gibt Ihnen gerne Auskunft.
(pr)

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