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Liechtenstein|08.06.2011

Innige Stimmungsperlen

TRIESEN - In Anwesenheit der Landesfürstin Marie genoss das Publikum im Triesner Guido-Feger-Saal ein aussergewöhnliches Rezital. Der mit vielen hochkarätigen Preisen geehrte junge Georgier Giorgi Latsabidze spielte am Dienstagabend Werke von Schumann und Chopin.
Seine Tastaturdarbietungen widmete er Liechtenstein, also dem Land, welches ihm beim Musikstudium half. Als Zugabe spielte er zuerst seine eigene Komposition, die er persönlich der Landesfürstin widmete. Die Musik erinnert an den Soundtrack eines französischen Spielfilms. Und nachher spielte er die liechtensteinische Nationalhymne als Mosaik stilistischer Übungen: ernst und süss, synkopiert und ruhig, Cantabile und stürmisch. Eine lustige Einlage!

Zwei Komponisten aus dem Jahre 1810
Aber das eigentliche Konzertkorpus bestand in der Präsentation zweier Romantikkomponisten. 1810 erblickten beide das Licht der Welt, Robert Schumann in Deutschland und Frédéric Chopin in Polen. Vor der Pause hörte man das geniale Werk Schumanns "Kreisleriana op. 16", das dem jungen Georgier erlaubte, sein breites Spektrum technischer Möglichkeiten und eine dynamische Interpretation zu zeigen, obwohl er stets auf den Spuren der Komponistenabsichten blieb. Mit Recht kann man ihn im romantischen Repertoire als grandiosen Pianisten und makellosen Technikmagier bezeichnen. Eine gigantische Arbeit ist es, am Stück 24 Preludes op. 28 von F. Chopin zu spielen! Latsabidze tat es heldenhaft, obschon Schweisstropfen auf seinen Schläfen perlten. Er begann diese 24 Kontraststücke in gedämpftem Stil, um während des ganzen Opus schattige und sonnige Seiten des irdischen Lebens in der Tonsprache des polnischen Romantikers zu präsentieren.  Sehr langsame und melancholische Überlegungen über das Leben und den Tod mischte er mit vorsichtigem Klangkörper, damit das Publikum spürt, dass Giorgi Latsabidze, erst 1978 geboren, dank seiner hervorragenden Virtuosität alle Bestandteile der Romantikästhetik zu präsentieren imstande ist.

Einen ausführlichen Konzertbericht lesen Sie in der Volksblattausgabe vom 9. Juni 2011.

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