Freitag - 6. Oktober 2017 | 10:05

Italien steuert auf Zwei-Drittel-Mehrheit bei Monte Paschi zu

MAILAND - Kleinaktionäre der verstaatlichten italienischen Bank Monte dei Paschi sollen ihre Anteilsscheine in vorrangige Schulden tauschen können. Ein entsprechendes Umtauschangebot kündigte die Bank im Namen des italienischen Staates in der Nacht zum Freitag an.

Die Aktien der Bank Monte dei Paschi sollen bald wieder an der Börse gehandelt werden. (Symbolbild)

Es könnte noch in diesem Monat gestartet werden. Im Zuge der Transaktion dürfte der Staat seine Beteiligung an Monte Paschi auf 67,76 Prozent von derzeit 52,18 Prozent aufstocken.

Der italienische Staat hatte die traditionsreiche toskanische Bank mit einem acht Milliarden Euro schweren Rettungspaket vor dem Kollaps bewahrt.

Nachrangige Anleihen wurden in Eigenkapital umgewandelt, die Inhaber werden damit unfreiwillig zu Aktionären. Der Staat hatte damals jedoch zugesagt, 1,5 Milliarden Euro zur Entschädigung von Kleinanlegern bereitzustellen, denen die Anleihen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen als sicheres Investment verkauft worden waren. Sie sollen im Rahmen des nun vorgestellten Umtauschangebots vorrangige Anleihen im Gesamtvolumen von 1,536 Milliarden Euro erhalten, die im Mai 2018 fällig werden.

Der Börsenhandel mit den Aktien von Monte Paschi, der seit Dezember ausgesetzt ist, soll in der zweiten Oktoberhälfte wieder aufgenommen werden, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte.

Der Staat will langfristig an seiner Beteiligung festhalten, in der Hoffnung letztendlich mit Gewinn aussteigen zu können. Der italienische Versicherer Generali ist mit einem Anteil von 4,3 Prozent der zweitgrösste Monte-Paschi-Aktionär. Monte dei Paschi di Siena gilt als älteste noch aktive Geschäftsbank der Welt.

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