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Der FBP-Abgeordnete Wendelin Lampert wunderte sich, dass die Krankenkassenprämien weiter steigen. (Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|07.10.2017

Krankenkassen: Trotz rückläufiger Kosten - höhere Prämien

VADUZ - Warum erhöhen die Krankenkassen die Prämien, wenn die Kosten rückläufig sind und die Kassen über hohe Reserven verfügen? Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini hatte gestern entsprechende Kleine Anfragen zu beantworten.

Der FBP-Abgeordnete Wendelin Lampert wunderte sich, dass die Krankenkassenprämien weiter steigen. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Warum erhöhen die Krankenkassen die Prämien, wenn die Kosten rückläufig sind und die Kassen über hohe Reserven verfügen? Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini hatte gestern entsprechende Kleine Anfragen zu beantworten.

In einem Radio L Interview habe der Gesellschaftsminister ausgeführt, dass sich die Krankenkassen im vergangenen Jahr zu Ungunsten der Prämienzahler verrechnet hatten – sprich, dass die Prämien eigentlich zu hoch angesetzt waren. Ausserdem habe der Schweizer Bundesrat per 1. Januar 2018 Kürzungen beim Arzttarif Tarmed vorgenommen, die 1,5 Prämienprozente ausmachen werden, betonte Wendelin Lampert (FBP). Er fragte den Minister, warum die Krankenkassenprämien im kommenden Jahr trotzdem um durchschnittlich 0,6 Prozent steigen werden. Pedrazzini antwortete: «Die Prämienkalkulation liegt im Verantwortungsbereich der Kassen. Sie beruht auf deren Erwartungen für das laufende sowie für das kommende Jahr.» Zum Zeitpunkt der Kalkulation seien nur die Halbjahreszahlen des laufenden Jahres bekannt, die Kassen müssten also eineinhalb Jahre in die Zukunft schauen. Er wies darauf hin: «Die Kassen budgetieren vorsichtig, indem sie für das Jahr 2018 zwar von einem gegenüber dem langjährigen Durchschnitt tieferen Kostenwachstum, aber nicht von gleichbleibenden Kosten oder gar einer Abnahme der Kosten ausgehen.» Zu den Reserven erklärte Pedrazzini, dass das gesetzliche Minimum bei 15 Prozent der Bruttoleistungen liege. Dabei handle es sich aber um eine absolute Untergrenze. Da die Krankenkassen jederzeit mit hohen Kostensprüngen rechnen müssten, hielten sie deutlich höhere Reserven, um Schwankungen abfedern zu können. 

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Samstag (7.10.2017) und in der Onlineausgabe.

(dq)

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