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Freitag - 14. August 2015 | 15:00

Spielend eine Fremdsprache lernen

TRIESEN - Stundenlang Vokabeln und Grammatik pauken oder Lückentexte in Büchern ausfüllen – so sieht der klassische Sprachkurs aus. Dass es auch anders geht, zeigt «Liechtenstein Languages». 

Goran Lalos ist einer der 15 Teil­nehmer des neuen Projekts «Neues Lernen». (Foto: Christina Heu­schen)

Ganz locker sitzt Goran Lalos in einem Liegestuhl. Rücken an Rücken mit einer Frau. Immer wieder schaut er auf einen Zettel. Dann sagt er etwas auf Französisch, ein wenig gebrochen, aber verständlich. Während im Hintergrund leise Musik läuft, spielen die beiden eine typische Szene an der Hotelrezeption nach. Noch vor elf Tagen wäre das für den Deutschen Goran Lalos unmöglich gewesen: «Französisch war für mich ein weisses Blatt.»
Er nimmt an dem Sprachkurs «Liechtenstein Languages» in der Privatschule Formatio in Triesen teil. Über die Methode «Neues Lernen» vermittelt der gleichnamige Verein innerhalb von zwölf Tagen die französische Sprache. Personalmanager Lalos möchte selbst ausprobieren, ob eine Sprache auch anders als in traditionellen Kursen erlernt werden kann. Denn in Deutschland rekrutiert der 44-Jährige internationale Fachkräfte. Sie sollen die Möglichkeit haben, Deutsch auf einem anderen, kürzeren, Weg zu lernen. Prinz Stefan von und zu Liechtenstein ist Botschafter des Fürstentums in Berlin und Initiator des Projektes: «Den Anstoss zu dem Projekt erhielten wir durch Kontakte mit muslimischen und jüdischen Verbänden in Deutschland. Sie waren von der Idee begeistert, dass man mit der Methode ‹Neues Lernen› in nur vier bis sechs Wochen Deutsch für den praktischen Alltag lernen könnte.»
Genauso wie Goran lernen 14 weitere erwachsene Schüler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein in Triesen Französisch. Ein Teil von ihnen hat Vorkenntnisse, die meisten nicht. Sie wollen testen, ob die Lernmethode funktioniert. Die  Teilnehmer kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Sie arbeiten in sozialen und karitativen Einrichtungen, in Behörden oder wie in Gorans Fall als Personalmanager. Alle möchten Migranten und Flüchtlingen dabei helfen, die Sprache ihrer neuen Heimat schnell zu lernen. Denn um sich zurecht zu finden, müssen die Ankömmlinge die Landessprache erlernen. «Es würde mich freuen, wenn ‹Liechtenstein Languages› einen positiven Beitrag zum Leitthema unserer Zeit – Migration-Flüchtlinge-Integration – leisten könnte», erklärt Prinz Stefan weiter. Schirmherrin des Projektes ist Erbprinzessin Sophie, finanziell unterstützt wird es durch Fürst Hans-Adam II.

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Freitag (14.08.2015).

(ch/red)

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