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Der Oktober ist von der EU zum Cyber-Security Monat erkoren worden. In diesem Monat geht es darum, das Bewusstsein für IT-Sicherheit zu schärfen. (Foto: SSI)
Politik
Liechtenstein|24.10.2017 (Aktualisiert am 24.10.17 09:28)

Auch Liechtenstein rüstet sich im «Cyberkrieg»

BERN/VADUZ - «Wir haben fast täglich Cyberangriffe», erklärte der Schweizer Bundesrat Guy Parmelin gestern im «Tages-Anzeiger». Damit steht die Schweiz nicht alleine da – Weltweit mehren sich Cyberattacken. Auch Liechtenstein steht im Schussfeld. 

Der Oktober ist von der EU zum Cyber-Security Monat erkoren worden. In diesem Monat geht es darum, das Bewusstsein für IT-Sicherheit zu schärfen. (Foto: SSI)

BERN/VADUZ - «Wir haben fast täglich Cyberangriffe», erklärte der Schweizer Bundesrat Guy Parmelin gestern im «Tages-Anzeiger». Damit steht die Schweiz nicht alleine da – Weltweit mehren sich Cyberattacken. Auch Liechtenstein steht im Schussfeld. 

«Es gibt Angriffe, die militärische Geheimnisse zum Ziel haben. Es gibt Versuche, Geheimnisse von Unternehmen zu stehlen. Insbesondere KMU sind hier verwundbar. In der Schweiz sind wir diesbezüglich etwas naiv. Viele glauben: Der Cyberkrieg findet anderswo statt. Das ist leider nicht richtig», gab Guy Parmelin im «Tages-Anzeiger»-Interview unumwunden zu. Auch der Ex-Hacker und IT-Sicherheitsberater Gunnar Porada sieht es als «Krieg», was im Internet abläuft: «Ich denke, das wird die moderne Art der Kriegsführung. Dass jemand Bomben über Europa abwirft oder über die Alpen daher marschiert kommt, ist völlig unwahrscheinlich geworden. Schliesslich kann man von der Ferne mit dem Computer grossen Schaden anrichten», sagt Porada im «Volksblatt»-Interview. Er ist überzeugt: «Das sorgt für eine Neustrukturierung der Machtverteilung in der Welt.» Liechtenstein stehe da genau gleich im Fokus wie andere Staaten. «Da darf man nicht glauben, dass niemand das kleine Land findet. Liechtenstein hat sehr viel Vermögen und ist daher sehr interessant», betont Porada, der sich darauf spezialisiert hat, Computerschwachstellen zu testen. Porada ist deshalb auch ein Kritiker von E-Voting Lösungen: «E-Voting kann eine Demokratie kaputt machen», stellt er klar. Hingegen müssten sich Staaten und Unternehmen in Europa viel stärker gegen Cyberkriminalität wappnen und in dem Bereich höhere Summen investieren.

Liechtenstein stärkt Cyberabwehr

Auch Liechtenstein werde fast täglich angegriffen, so wie jedes andere Unternehmen auch, erklärte Markus Biedermann vom Ministerium für Präsidiales auf Anfrage. Bis anhin seien der Regierung jedoch keine Angriffe bekannt, bei welchen es auch effektiv zu Schäden beziehungsweise Datenverlust gekommen sei.

Allerdings arbeite man auch in Liechtenstein kontinuierlich daran, die Cyberabwehr zu stärken. Es bestehe ausserdem eine fruchtreiche Kooperation mit der Schweiz, so Biedermann. Ebenfalls für mehr Know-how im Land soll ein neuer Lehrstuhl an der Universität Liechtenstein sorgen, der durch die Unterstützung der Martin Hilti Stiftung derzeit aufgebaut wird. Der Lehrstuhl soll dem Institut für Wirtschaftsinformatik angegliedert werden und sich mit dem Themenschwerpunkt «Data und Application Security» befassen. Der Ex-Hacker Gunnar Porada ist als Berater an Bord.

Ein ausführliches Interview mit Gunnar Porada lesen Sie in der "Volksblatt"-Ausgabe vom Dienstag, 24.10.2017

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Dienstag (24.10.2017) und in der Onlineausgabe.

(dq)

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