Freitag - 21. April 2017 | 12:00 (Aktualisiert am 21.04.17 12:15)

Strenge Auflagen für Au-pairs in Liechtenstein

VADUZ - Im Februar war Marija Milunovic aus der Schweiz nach Serbien ausgeschafft worden. Am Wochenende kehrt sie zurück, aber nicht in die Schweiz, sondern nach Liechtenstein, wo sie ein Jahr lang als Au-pair bei einer Familie in Balzers arbeiten wird. Damit das möglich ist, muss die Familie die strengen Auflagen erfüllen, welche für Au-pairs hierzulande gelten.

Wer ein Au-pair beschäftigen will, muss strikte Auflagen erfüllen. (Foto: Shutterstock)

Jemand im Haus zu haben, der sich um die Kinder kümmert, im Haushalt hilft und den Kindern vielleicht sogar noch eine Fremdsprache beibringt – ein Au-pair zu beschäftigen, tönt auf den ersten Blick sehr verlockend. Doch wer sich konkret mit dem Vorhaben befasst, wird rasch ernüchtert. Denn es ist gar nicht so einfach, die geforderten Auflagen zu erfüllen. So darf ein Au-pair in einem Haushalt maximal 30 Stunden pro Woche arbeiten. Doch aufgepasst: Die Hälfte der Arbeitszeit muss das Au-pair durch ein Elternteil begleitet werden. Das heisst, dass das Au-pair lediglich 15 Stunden selbstständig im Haushalt und mit den Kindern arbeiten darf. Um dies zu gewährleisten, ist bei zwei erwachsenen Personen im Haushalt maximal eine Erwerbstätigkeit von 150 Prozent erlaubt. Wer also voll berufstätig ist, hat keine Chance, eine Bewilligung zu bekommen. Diese Richtlinien seien speziell, meint Susanne Becker von der Au-pair-Vermittlungsagentur AuPairWorld, welche auch Au-pairs nach Liechtenstein vermittelt: «Die strikten Regelungen gibt es – soweit es uns bekannt ist – in anderen Ländern nicht. Die Begleitung durch einen Elternteil ist sehr ungewöhnlich und gibt es sonst in keinem anderen Land. Dasselbe gilt für den Beschäftigungsgrad der Eltern», so die Au-pair-Vermittlerin.

1835 Franken bei 30 Stunden-Woche

Aber nicht nur die Auflagen sind strikt, auch die Kosten für ein Au-pair sind höher als in anderen Ländern. Der Monatslohn ist in Liechtenstein gesetzlich festgelegt. Gemäss Mindestlohnvorschrift der Regierung beträgt dieser bei einer 30-Stunden-Woche 1835 Franken im Monat. Wobei laut der Webseite Aupairworld.com für Kost und Logis ein maximaler Betrag von 720 Franken vom Grundlohn des Au-pairs abgezogen werden darf. Das Au-pair hat je nach Alter Anspruch auf vier oder fünf Wochen bezahlte Ferien. Ausserdem ist die Gastfamilie auch für die Versicherung des Au-pairs zuständig – Krankenkasse und Unfallversicherung sowie die Gebühren für einen Deutschkurs gehen also ebenfalls zulasten der Gastfamilie.

Deutlich härterer Job in den USA

Andere Länder sind sparsamer mit entsprechenden Regelungen. Zum Vergleich: In den USA arbeiten Au-pairs bis zu 45 Stunden in der Woche selbstständig. Dafür bekommen sie neben Kost und Logis rund 800 Dollar Lohn pro Monat – bei einem einjährigen Aufenthalt haben sie Anspruch auf zwei Wochen bezahlte Ferien.

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Wochentag (22.4.2017) und in der Onlineausgabe.

(dq)

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