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Nachdem die vergangenen Jahre von «Reparaturarbeiten» geprägt waren, möchte Mauro Pedrazzini nun mit dem Gestalten beginnen. (Foto: ZVG)
Politik
Liechtenstein|20.04.2017

«Vertrete den Prämienzahler, auch wenn das Konflikte mit sich bringt»

VADUZ - Mauro Pedrazzini hat in der vergangenen Legislatur einige unliebsame Reformen durchgesetzt. Zurücklehnen wird er sich deshalb nicht, wie er dem «Volksblatt» erklärte. Denn auch für die kommenden vier Jahre steht einiges auf der Agenda des Gesellschaftsministers.

Nachdem die vergangenen Jahre von «Reparaturarbeiten» geprägt waren, möchte Mauro Pedrazzini nun mit dem Gestalten beginnen. (Foto: ZVG)

VADUZ - Mauro Pedrazzini hat in der vergangenen Legislatur einige unliebsame Reformen durchgesetzt. Zurücklehnen wird er sich deshalb nicht, wie er dem «Volksblatt» erklärte. Denn auch für die kommenden vier Jahre steht einiges auf der Agenda des Gesellschaftsministers.

«Volksblatt»: Im Ministerium für Gesellschaft mussten Sie in der vergangenen Legislaturperiode einige unliebsame Reformen durchbringen – geht nun die Phase des zukunftsorientierten Gestaltens los, wie Erbprinz Alois meinte? Wo möchten Sie hier in dieser Legislaturperiode Schwerpunkte setzen?

Mauro Pedrazzini: Die vergangenen vier Jahre waren von «Reparaturarbeiten» geprägt, nun muss wieder eine Phase des Gestaltens folgen, das sehe ich auch so. In meinem Verantwortungsbereich bleibt die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen ein drängendes Thema. Gerade aber angesichts der alternden Bevölkerung müssen wir uns nun überlegen, wie wir das Gesundheitswesen weiterentwickeln können, damit die Versorgung in hoher Qualität sichergestellt werden kann und das Ganze trotzdem bezahlbar bleibt. Beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollten spürbare Fortschritte erzielt werden. Daneben stehen noch einige Gesetzesprojekte an, die in den vergangenen Jahren zurückgestellt werden mussten.

Das Kostenwachstum im Gesundheitswesen einzudämmen war ein wichtiger Punkt in der letzten Legislatur – vor allem sollte dies durch die KVG-Revision erreicht werden. Laut der Ärztekammer könnten die Ärzte sogar mehr abrechnen, was zu höheren Kosten führe – teilen Sie diese Ansicht?

Mit dem Tarmed werden einige Ärzte mehr abrechnen können, andere weniger. Wie sich die Kosten in Summe entwickeln, werden wir sehen. Dank Tarmed ist ein Vergleich mit der Schweiz nun wesentlich einfacher. In unserem Land waren die Kosten pro Patient mit dem alten Tarif schon wesentlich höher als in der Schweiz, insbesondere auch im Vergleich zu den Nachbarkantonen. Wenn die Kosten nun unter Anwendung des Tarmed noch weiter steigen sollten, dann ist es wohl eindeutig, dass bei uns die Mengen der abgerechneten Leistungen viel zu hoch sind.

Im OKP-Konflikt zum Jahresende erlitt die Gesprächskultur mit der Ärztekammer einen erneuten Tiefpunkt – lässt sich da noch was kitten?

Ich bin ein rationaler Mensch, gesprächsbereit und an sich recht geduldig. Aber man darf sich keine Illusionen machen, es geht hier um viel Geld, genauer gesagt um rund 50 Millionen Franken pro Jahr. Da wird mit harten Bandagen gekämpft und jeder Empfänger strebt nach Macht und Einfluss, um das Wasser auf seine Mühlen zu lenken. Ich sehe meine Funktion darin, den Prämienzahler zu vertreten, auch wenn das Konflikte mit sich bringt. Die grösste Gefahr für unser Gesundheitswesen ist, dass es eines Tages nicht mehr bezahlbar ist und die Politik Massnahmen ergreifen muss, welche letztlich zu einer Zweiklassenmedizin führen. Wenn wir ab und zu beherzt eingreifen und auch Konflikte wagen, besteht die Chance, dass wir weiterhin allen einen guten Zugang zu qualitativ hochwertiger medizinischer Versorgung gewährleisten können.

Das vollständige Interview lesen Sie im „Volksblatt“ vom Donnerstag (20.4.2017).

(df)

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