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Dienstag - 17. November 2015 | 00:06 (Aktualisiert am 17.11.15 11:00)

Nach Paris: Flüchtlingssituation getrennt vom Terror diskutieren

VADUZ - Eigentlich sollte es eine Gesprächsrunde über die Flüchtlingskrise und ihre Ursachen im Syrienkonflikt werden. Die Experten kamen jedoch nicht darum herum, sich auch mit den Anschlägen von Paris als zusätzlichen Aspekt im Themenfeld zu auseinanderzusetzen.

Die Expertenrunde: Wolfgang Danspeck­gruber, Stefan Fischnaller, Christian Blank, Martina Dünser-Davis und Moderatorin Barbara Fuchs (v. l.).  (Foto: Lucas Ospelt)

«Syrien (b)rennt», so der Titel der gestrigen Podiumsdiskussion zu Syrienkonflikt und Flüchtlingskrise an der Universität Liechtenstein. Eigentlich sollte es in dem mit dem Club Alpbach Liechtenstein organisierten Gespräch primär um die Herausforderung der Flüchtlingskrise für Liechtenstein und Europa und die Ursachen der Flüchtlingsströme gehen. Ein Vorhaben, welches jedoch der Aktualität geschuldet, von den Terroranschlägen in Paris überschattet wurde. Die vielseitige Rednerrunde versuchte dabei ihr Bestes, die Themen und die Fragen aus dem Publikum so differenziert und ausführlich wie möglich zu behandeln, doch genügte selbst die dreistündige Veranstaltung nicht, um allen Aspekten gerecht zu werden.

Katastrophe war absehbar

Den Anfang machte Professor Wolfgang Danspeckgruber vom Liechtenstein Institut für Selbstbestimmung an der Princeton Universität und seines Zeichens ein Experte für Konfliktlösung, aber auch speziell für Syrien. Wer die Entwicklungen seit 2011 betrachtete, konnte voraussehen, dass dies irgendwann einmal absolut katastrophale Dimension annimmt, so Danspeckgruber. Mehr als 280 000 Tote und mehr als zwölf Millionen Vertriebene, davon mindestens fünf Millionen in den Ländern um Syrien und mindestens sechs bis sieben Millionen intern Vertriebene. Wovon niemand spreche, seien die 1,5 Millionen Verletzten, zudem gebe es weder Gesundheitsversorgung noch Elektrizität oder Wasser. Worüber noch weniger gesprochen werde, seien die rund 200 000 Vermissten. Er persönlich halte primär das Regime von Baschar al Assad dafür verantwortlich, auf dessen Kappe rund 80 Prozent der Toten gehen würden, doch auch die Opposition habe ihren Teil dazu beigetragen. «Zusätzlich ist den Hilfsorganisationen in der Region nun auch noch das Geld ausgegangen», betont er weiter. Nun hätten auch noch innenpolitische Entwicklungen in der Türkei und Griechenland die Tore nach Europa geöffnet. Man könne damit rechnen, dass es noch weitere acht Millionen Menschen aus Syrien nach Europa zieht. Als Lösung kommt für ihn nur ein sofortiger Waffenstillstand in Frage, der mit allen Mitteln durchgesetzt werden müsse, denn ansonsten würden die Ströme nicht abreissen und jede Bombe, die einen Teil einer Familie auslösche, laufe Gefahr neue Terroristen zu schaffen, betonte er auch im Hinblick auf Paris.

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Dienstag (17.11.2015).

(alb)

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