Sonntag - 3. Mai 2015 | 15:25 (Aktualisiert am 03.05.15 15:34)

Am Kriegsende kamen Russen

SCHAAN -  Die «Erste Russische Nationalarmee» suchte am Kriegsende Zuflucht in Liechtenstein. Russische Soldaten, die auf der Seite des Deutschen Reichs gegen Stalin gekämpft hatten. In der Nacht auf den 3. Mai 1945 überschritten knapp 500 Mann die liechtensteinische Grenze.

(Fotos: Landesarchiv/ Emil Brunner; Baron von Falz-Fein)
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«Halt! Sofort anhalten!» Die Aufforderung des Grenzwächters beim Grenzübergang in Hinterschellenberg blieb ungehört, die Wagenkolonne fuhr auf der steilen Strasse einfach weiter. Seinem Auftrag folgend, die liechtensteinisch-österreichische Grenze zu schützen, zieht der Grenzwächter seine Waffe und feuert einen Schuss auf das Vorderrad des ersten Fahrzeugs ab. Der Schuss zeigte Wirkung: Die Wagenkolonne stoppt, aus der Dunkelheit ertönt es: «Halt! Nicht schiessen! Hier ist ein russischer General!» Den Grenzwächtern, die aus einem winzigen Zollhäuschen den kleinen Grenzübergang überwachen, erklärt der aus dem vordersten Lastwagen springende Adjutant, der General möchte mit rund 600 Personen nach Liechtenstein übertreten, um der Gefangenschaft durch die Westalliierten zu entgehen. Der Schuss auf den Lastwagen ist eine Reflexhandlung des Grenzwächters, um dem Befehl Nachdruck zu verleihen, keinesfalls aber ein entschlossenes Entgegentreten. An die Schweizer Grenzwacht, die seit dem Zollvertrag von 1923 die liechtensteinische Grenze sichert, war am Kriegsende die Weisung ergangen, gegen gewaltsam eindringende Gruppen keinen Widerstand zu leisten, weil die Schweiz wohl die eigene Grenze verteidige, nicht aber die Grenze Liechtensteins zu Österreich, das nach dem Anschluss 1938 zum Grossdeutschen Reich gehörte.

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...lesen Sie in der Samstagsausgabe des "Volksblatts" (2. Mai) oder im Pdf im Anhang dieser Meldung.

(red/gm)

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