Die FBP-Ortsgruppe Eschen-Nendeln hat das Referendum gegen den geplanten Neubau einer Turnhalle in Nendeln ergriffen.
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Liechtenstein|13.04.2015 (Aktualisiert am 13.04.15 09:07)

Neubau Turnhalle Nendeln: FBP ergreift Referendum

ESCHEN-NENDELN - Die FBP Eschen-Nendeln hat das Referendum gegen den Verpflichtungskredit des Gemeinderates in der Höhe von rund 7.6 Millionen Franken für den Bau einer neuen Turnhalle mit Aula und Nebenräumen in Nendeln ergriffen. Zentrales Argument ist, dass zuerst die künftige Richtung der Gemeindeentwicklung bestimmt sein sollte, bevor wichtige Bauprojekte umgesetzt werden.

Die FBP-Ortsgruppe Eschen-Nendeln hat das Referendum gegen den geplanten Neubau einer Turnhalle in Nendeln ergriffen.

ESCHEN-NENDELN - Die FBP Eschen-Nendeln hat das Referendum gegen den Verpflichtungskredit des Gemeinderates in der Höhe von rund 7.6 Millionen Franken für den Bau einer neuen Turnhalle mit Aula und Nebenräumen in Nendeln ergriffen. Zentrales Argument ist, dass zuerst die künftige Richtung der Gemeindeentwicklung bestimmt sein sollte, bevor wichtige Bauprojekte umgesetzt werden.

„Öffentliche Investitionen sind heute generell sehr sorgfältig zu prüfen, damit die knapper werdenden Finanzmittel möglichst wirksam eingesetzt werden können. Beim Verpflichtungskredit betreffend den Neubau der Turnhalle in Nendeln für rund 7.6 Mio. Franken sind nach Auffassung des Vorstandes der Ortsgruppe noch zu viele Fragen offen. Daher haben wir eine Unterschriftensammlung gestartet, um das Bauvorhaben vor das Volk zu bringen“, erklärt der Eschner FBP-Obmann Walter Fehr in einer Aussendung.

Entwicklungsperspektive fehlt

Insbesondere erachtet der FBP-Ortsgruppenvorstand das vom noch amtierenden Gemeinderat am 25. März beschlossene Projekt als isoliertes Bauvorhaben, das nur ungenügend in eine übergeordnete Gemeindeentwicklung eingebettet ist. Der Ortsteil Nendeln brauche eine Entwicklungsperspektive, die alle Bereiche wie Zentrumsplanung, Verkehr, Dorf- und Kulturleben einbeziehe. Erst danach sollten nach Einschätzung des FBP-Ortsgruppenvorstandes wichtige Bauprojekte angegangen werden.

„Mit dem geplanten Bau der Turnhalle werden jetzt Fakten geschaffen, obwohl die Marschrichtung noch gar nicht klar ist“, führt Walter Fehr aus. Als Teil einer strategischen Gemeindeentwicklung erfülle jedes Infrastrukturprojekt bestimmte Funktionen. Welche Funktionen das bei einer neuen Turnhalle in Nendeln sein sollen, ist nicht definiert. Stattdessen werde einfach eine Turnhallte gebaut, die gemäss Fehr beispielsweise keine anderen, multifunktionalen Nutzungen zulasse.

Kostenüberschreitungen

Neben diesen grundsätzlichen Überlegungen waren für den Ortsgruppenvorstand noch weitere Punkte massgebend, um das Referendum zu ergreifen. Beispielsweise musste die Gemeinde Eschen bei anderen Bauprojekten wie dem Umbau des Kindergarten Schönbühls oder aktuell beim Haus der Gesundheit aus verschiedenen Gründen substanzielle Zusatzkredite sprechen. „Wir sind der Auffassung, dass die Gemeinde die Lehren aus diesen Fällen noch nicht gezogen hat und daher auch beim Neubau der Turnhalle wieder ähnliche Erfahrungen gemacht werden müssten“, so Fehr dazu.

Hinzu komme, dass Gemeindebauten heute verstärkt mit Blick auf Nachhaltigkeit und möglichst tiefe Folgekosten geplant werden müssen. Auch dies sei beim geplanten Neubau nicht der Fall.

Chance für eine bessere Lösung

Diese und weitere Überlegungen hätten den Ortsgruppenvorstand schliesslich dazu bewogen, das Referendum zu ergreifen und Unterschriften zu sammeln. „Auf diese Weise erhält die Gemeinde Zeit für eine konstruktive Denkpause und damit im Endeffekt für eine bessere Lösung“, ist Walter Fehr überzeugt.

Das Bauvorhaben wurde am 1. April 2015 bekanntgemacht, sodass aufgrund der Osterfeiertage die Frist zur Sammlung der nötigen Unterschriften sehr knapp ist. Die Ortsgruppe wird an alle Haushalte in Eschen-Nendeln einen Unterschriftenbogen verschicken, auf dem alle stimmberechtigten Einwohner unterschreiben können. Die Rücksendung oder persönliche Übergabe muss bis spätestens 28. April erfolgen. Obmann Fehr hält abschliessend fest: „Ich möchte im Namen der Ortsgruppe alle dazu aufrufen, an der Unterschriftensammlung teilzunehmen. Nur so kommt es zu einer Volksabstimmung!“

(mb)

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