Samstag - 12. Juli 2014 | 04:29

«Kriegserklärung an Kranke und Rentner»

VADUZ - Wer öfters zum Arzt geht, soll in Zukunft auch mehr dafür bezahlen: Für Ärztekammerpräsidentin Ruth Kranz-Candrian ist die geplante Reform des Krankenversicherungsgesetzes eine «Attacke auf die eigenen Bürger, eine Kriegserklärung an Kranke und Rentner».

Der Liechtensteiner geht oft zum Arzt, überdurchschnittlich oft. 2012 waren es im Schnitt 9,2 Konsultationen pro Einwohner. Zum Vergleich: Der OECD-Schnitt liegt bei 6,6 Arztbesuchen pro Jahr, jener in der Schweiz sogar nur bei 4. Dass der Liechtensteiner doppelt so oft krank ist wie der Schweizer, darf bezweifelt werden. Für die Regierung steht fest: Aufgrund der vom Staat geschaffenen Kostenillusion nehmen die Versicherten gar nicht wahr, welche Kosten sie tatsächlich verursachen. «Eine zu niedrige Kostenbeteiligung führt zu gedankenlosem Konsum und erleichtert die angebotsinduzierte Nachfrage», heisst es im Vernehmlassungsbericht zur geplanten «grossen KVG-Revision».

Höhere Selbstbeteiligung soll Kosten senken

Der Entwicklung, überdurchschnittlich oft den Arzt zu konsultieren und damit die Gesundheitskosten weiter in die Höhe zu schrauben, soll nun entgegengewirkt werden. Versicherte sollen künftig eine vom tatsächlichen Leistungsbezug abhängige Kostenbeteiligung tragen müssen. Im Klartext: Wer künftig häufiger zum Arzt geht, muss mehr bezahlen.

Für Ärztekammer-Präsidentin Ruth Kranz-Candrian kommt dies «einer Kriegserklärung an Kranke und Rentner» gleich. Mehr Eigenverantwortung mache zwar Sinn: «Der vom Gesundheitsminister gewählte Ansatz ist aber zutiefst unsozial und untergräbt die gesellschaftliche Solidarität. Es ist eine Attacke auf die eigenen Bürger.» Die Patienten gingen nicht zum Arzt, weil sie nichts besseres zu tun hätten: «Sie tun dies, weil sie krank sind.» Und dafür würden sie nun auch noch bestraft, klagt Kranz-Candrian und bezieht sich dabei vor allem auch auf Renter und chronisch Kranke, die in Zukunft wie «Normalversicherte» behandelt werden sollen. Aktuell reduzieren sich für Pensionisten Franchise und Selbstbehalt auf die Hälfte, chronisch Kranke sind generell von einer Kostenbeteiligung befreit.

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ am Samstag (12.07.2014).

(mb)

Ärztekammerpräsidentin Ruth Kranz-Candrian nennt die KVG-Reform eine "Attacke auf die eigenen Bür­ger". (Foto: Zanghellini)
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