Montag - 15. Juli 2013 | 22:00 (Aktualisiert am 16.07.13 09:31)

Politologe Marxer sieht Vorteile in Frauenquote

VADUZ - Obwohl Liechtensteins Frauen den Männern in der Bevölkerung und bei den Wählern zahlenmässig überlegen sind, im Landtag sind sie weiterhin klar in der Minderheit. Eine Frauenquote könnte Abhilfe schaffen, sagt Politologe Wilfried Marxer vom Liechtenstein-Institut.

Frauen sind in Liechten­steins politi­schen Ämtern noch immer teil­weise stark unterrepräsentiert.

Gegenüber 2005 und 2009 büssten die Frauen bei den Landtagswahlen 2013 ein Mandat ein und besetzen nur noch 5 der 25 Sitze. Mit einem Frauenanteil im Parlament von 20 Prozent liegt Liechtenstein weltweit auf Platz 66. Angeführt wird diese Rangliste von Ruanda (56,3 Prozent Frauen) vor Andorra (50 %) und Kuba (48,9 %).
Frauen noch immer benachteiligt
Antworten auf die Frage, weshalb die heimische Politik noch immer stark männlich geprägt ist, liefert Politologe Wilfried Marxer in seinem aktuellen Arbeitspapier «Landtagswahlen 2013 – Frauen im Fokus». Der Direktor des Liechtenstein-Instituts kommt in seiner umfassenden Analyse zum Schluss, «dass Frauen in der Politik nach wie vor benachteiligt werden, auch wenn sich deren Wahlchancen tendenziell denjenigen der Männer annähern». Doch woher rührt dieses Ungleichgewicht? Sind Frauen politisch weniger engagiert, fehlt es am Interesse? «Ganz bestimmt nicht», sagt Marxer. «Die Chancen von Frauen, in eine politisches Funktion gewählt zu werden, sind einfach geringer als diejenigen von Männern.» Das liege hauptsächlich daran, dass Frauen noch immer ein Imagedefizit hätten. Selbst mehr als ein Vierteljahrhundert nach Einführung des Frauenstimmrechts werde Politik mehr oder weniger als Domäne und Kompetenz der Männer angesehen.
Politischer Wille entscheidet über Frauenquote
Wilfried Marxer ist überzeugt, dass eine verpflichende Frauenquote auf dem Weg zur zahlenmässigen Gleichstellung helfen würde. «Quotenregelungen verkürzen den Prozess der Gleichstellung», behauptet Marxer. Allerdings sei eine gesetzlich verankerte Frauenquote in Liechtenstein sehr unwahrscheinlich: «Das würde als Zwang und Bevormundung angesehen.» Es liege vielmehr an den Parteien, die nötigen Schritte zu setzen, fordert Marxer: «Eine Selbstverpflichtung könnte beispielsweise lauten, dass auf Wahllisten jedes Geschlecht mit mindestens 40 Prozent Anteil vertreten sein muss.»

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ am Dienstag, den 16. Juli 2013.

(mb)

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