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Der Druck auf VU-Präsident Jakob Büchel wegen der Geheimverträge steigt weiter. Noch weigert sich die Union, die Papiere der Öffentlichkeit vorzulegen.
Politik
Liechtenstein|15.01.2013 (Aktualisiert am 15.01.13 11:00)

Also doch: VU gibt Geheimverträge zu

VADUZ - Seit Wochen behauptet VU-Präsident Jakob Büchel, dass bei der Union Personalentscheide erst nach der Wahl am 3. Februar fallen werden. Das dürfte allerdings nicht ganz der Wahrheit entsprechen.

Der Druck auf VU-Präsident Jakob Büchel wegen der Geheimverträge steigt weiter. Noch weigert sich die Union, die Papiere der Öffentlichkeit vorzulegen.

VADUZ - Seit Wochen behauptet VU-Präsident Jakob Büchel, dass bei der Union Personalentscheide erst nach der Wahl am 3. Februar fallen werden. Das dürfte allerdings nicht ganz der Wahrheit entsprechen.

«Die VU trifft ihre Personalentscheidungen nach den Wahlen, was eigentlich logisch ist», hat VU-Präsident Jakob Büchel in den vergangenen Wochen immer wieder betont und damit versucht, Vorwürfe zu entkräftigen, die VU fahre einen Wischi-Waschi-Kurs in Personalfragen.
Wie sich nun heraustellte, stimmen Büchels Behauptungen wohl nur bedingt. Wie das «Volksblatt» am Freitagabend aus VU-Kreisen erfuhr, sollen die Regierungskandidaten Thomas Zwiefelhofer, Marlies Amann-Marxer und Marcus Rick bereits ihre Zusagen im Falle einer Wahlniederlage der Union gegeben haben: Zwiefelhofer und Amann-Marxer würden das Zweierteam in der Koalition bilden, Rick hingegen auf einen Sitz verzichten. Als «Belohnung» für seinen Rückzug soll Rick einen Verwaltungsratsposten erhalten, teilte ein Informant dem «Volksblatt» mit.
Um diese Aussagen zu überprüfen, bat das «Volksblatt» noch am Freitagabend VU-Präsident Büchel per Mail um die Beantwortung von vier Fragen. Sollte Büchel innerhalb von zweieinhalb Tagen nicht antworten, kündigte das «Volksblatt» im Mail an, «die Kandidaten direkt ansprechen und die Verträge (...) ohne Ihre Rechtfertigung zu veröffentlichen».
Anstatt die höflich formulierten Fragen innerhalb von 65 Stunden zu beantworten, schrieb Jakob Büchel einen offenen Brief an «Volksblatt»-Politikchef Michael Benvenuti und FBP-Parteipräsident Alexander Batliner. Büchel warf darin dem «Volksblatt» vor, «die Regeln eines fairen Wahlkampfs» zu verletzen.
VU gesteht Geheimpapiere
Weit pikanter ist allerdings eine andere Passage des offenen Briefs: Büchel gibt nämlich zu, dass sehr wohl Geheimverträge mit den Regierungskandidaten existieren. Selbst das  «Vaterland» musste eingestehen: «Die VU-Parteileitung hat dafür alle notwendigen Vorkehrungen getroffen und für die in diesem Zusammenhang geführten vertraulichen Gespräche auch interne Papiere zur Vorbereitung der Anträge an die VU-Parteigremien erstellt.»

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ am Dienstag (15.1.2013).

(mb)

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