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Erzbistum kritisiert Regierung heftig
Vermischtes
Liechtenstein|16.06.2011

Erzbistum kritisiert Regierung heftig

VADUZ - Der Graben zwischen dem Erzbistum Vaduz und der Regierung wird immer tiefer: Nur einen Tag, nachdem Erzbischof Wolfgang Haas die Feldmesse am Staatsfeiertag abgesagt hat, äussert das Erzbistum am Donnerstag heftige Kritik an den von Regierungschef Klaus Tschütscher vorgelegten Plänen zur Trennung von Staat und Kirche.
Erzbistum kritisiert Regierung heftig
VADUZ - Der Graben zwischen dem Erzbistum Vaduz und der Regierung wird immer tiefer: Nur einen Tag, nachdem Erzbischof Wolfgang Haas die Feldmesse am Staatsfeiertag abgesagt hat, äussert das Erzbistum am Donnerstag heftige Kritik an den von Regierungschef Klaus Tschütscher vorgelegten Plänen zur Trennung von Staat und Kirche.
In der Stellungnahme zur Gesetzesvorlage schreibt Generalvikar Markus Walser: "Neben vielen Detailmängeln, die teilweise oben aufgeführt wurden, leidet der Vorschlag der Regierung aus der Sicht der katholischen Kirche schon vom Ansatz her darunter, dass er das Ziel einer Entflechtung von Staat und katholischer Kirche, insbesondere von Gemeinde und Pfarrei, nicht wirklich erreichen kann und will. Möchte man den Grundsatz der Selbstfinanzierung der Religionsgesellschaften durch ihre Mitglieder zur Staatsmaxime machen, wie dies Art. 19 Abs. 1 GlGG vortäuscht, sollte dies auch konsequent durchgeführt werden. Dann sind alle Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften abzulösen und Verhältnisse herzustellen, wie sie beispielsweise in den USA herrschen. Religionsgesellschaften können auch bei konsequenter Selbstfinanzierung leben und überleben.

Der jetzige Vorschlag bringe faktisch eine noch grössere Abhängigkeit oder Nähe von katholischer Kirche und Staat mit sich, bemängelt Walser: "Auf Gemeindeebene ist keine Änderung zwingend, auf Landesebene ist eine finanzielle Unterstützung dem Gutdünken der Regierung anheimgestellt." Weil es keinen Anspruch auf finanzielle Unterstützung bei Erfüllung gewisser Voraussetzungen gebe, wie dies sonst bei Subventionen der Fall ist, besteht für die Regierung die Möglichkeit, Religionsgesellschaften nur dann finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen, wenn sie sich in den Augen der Regierung "richtig" verhalten. "Dieses Finanzierungssystem", ist Walser überzeugt, "würde schliesslich zu einer noch grösseren Verquickung von Staat und Religionsgesellschaften führen als das bestehende."

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