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Freitag - 27. Oktober 2017 | 05:38

E-Voting und digitale Identität sind auf dem Vormarsch

VADUZ - Online-Banking ist in der breiten Bevölkerung bereits gut verankert, jetzt verlagern auch immer mehr Staaten ihre Dienstleistungen ins Netz. Während die einen in dieser Entwicklung enormes Potenzial sehen, warnen andere vor Sicherheitsrisiken.

Banking, Behördengänge, E-Voting, Online-Shopping, ÖV-Tickets und Cumuluspunkte und das alles auf einer App - das soll in Zukunft mög­lich sein. (Foto: SSI)

Er komme soeben von einer E-Voting-Konferenz in Bregenz und treffe nun Geschäftspartner in Vaduz, sagt Daniel Gasteiger, Gründer des Start-ups Procivis. Er ist öfters in Vaduz, denn er teilt seine Faszination für die Blockchain-Technologie mit einigen hier ansässigen Unternehmern. Diese Technologie, die seiner Meinung nach das «nächste grosse Ding» wird, ist auch die Basis für sein Start-up. Seine Mission ist es, die Schweiz digital umzukrempeln. Als Vorbild dient ihm Estland. Der kleine Staat im Baltikum hat nach seiner Loslösung von der Sowjetunion das Grundgerüst des Staates völlig neu gedacht und alles auf die digitale Karte gesetzt. So besitzen fast alle der rund 1,3 Millionen Einwohner Estlands eine digitale Identität – eine computerlesbare ID-Karte mit einem speziellen Datenchip. Diese kann als Personalausweis, aber auch zum Wählen, fürs Onlinebanking oder für online Rechtsgeschäfte verwendet werden. Ausserdem sind auf dieser Chipkarte auch Gesundheitsdossier, Arztrezepte oder auch Abos für den öffentlichen Verkehr gespeichert. Die digitale Unterschrift ist in Estland rechtlich der normalen Unterschrift gleichgestellt. Im Unterschied zu Estland, will Daniel Gasteiger, keine digitale ID-Karte kreieren, sondern eine digitale ID-App fürs Smartphone. Während an dem Punkt wohl bei vielen IT-Sicherheitsexperten erst recht die Alarmglocken schrillen, ist Gasteiger überzeugt, dass es dank der Blockchaintechnologie, die bislang als Hackersicher gilt, gelingen wird, eine sichere Lösung anbieten zu können. Der Zugang zu den Daten kann mit biometrischen Erkennungsmerkmalen, also beispielsweise dem Fingerabdruck gesichert werden. Gasteiger und seine Mitstreiter haben bereits den Kanton Schaffhausen für ein Pilotprojekt gewinnen können. Dort sollen die Bewohner in wenigen Monaten via App Dienste der Einwohnerkontrolle oder des Steueramtes in Anspruch nehmen können.

Welche anderen Lösungen bezüglich digitaler Identitäten bereits am Start sind und warum Sicherheitsexperten warnen lesen Sie im „Volksblatt“ vom Wochentag (27.10.2017) und in der Onlineausgabe.

(dq)

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