Ungefähr so soll sie aussehen, die Hängebrücke zwischen Nendeln und Planken. (Foto: zvg)
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Liechtenstein|13.07.2017 (Aktualisiert am 13.07.17 18:14)

Offener Brief: LGU erkennt keinen Mehrwert in der Hängebrücke

RUGGELL - Die Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) hat sich bezüglich der geplanten Hängebrücke in einem offenen Brief an den Landtag, die Regierung sowie die Gemeindevorsteher gewandt. Die Organisation erkennt in der Brücke keinen Mehrwert und sorgt sich vor allem um die Wildtiere.

Ungefähr so soll sie aussehen, die Hängebrücke zwischen Nendeln und Planken. (Foto: zvg)

RUGGELL - Die Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) hat sich bezüglich der geplanten Hängebrücke in einem offenen Brief an den Landtag, die Regierung sowie die Gemeindevorsteher gewandt. Die Organisation erkennt in der Brücke keinen Mehrwert und sorgt sich vor allem um die Wildtiere.

Demnach erhielten die LGU, die Jägerschaft, der Forstverein und das Amt für Umwelt am 4. Juli 2017 Einsicht in die von den Gemeinden in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie über den Bau einer Hängebrücke. Wie dabei von der LGU sowie der Jägerschaft festgestellt worden sei, wurden ohne ausreichende Umweltabklärungen bereits erste politische Entscheidungen getroffen. "Denn die präsentierte Machbarkeitsstudie beschränkt sich im Wesentlichen auf die technische, geologische und finanzielle Realisierbarkeit. Sie enthält noch keinerlei Abklärungen der Auswirkungen des Projektes auf Natur, Umwelt und Landschaft", heisst es in dem Brief weiter. Erst nachdem alle Gemeinderäte über die Verpflichtungskredite abgestimmt hatten, seien betroffene Organisationen eingeweiht und erste Rückmeldungen abgeholt worden.

Sorge um Wildtiere

Da die Lebensräume für Wildtiere immer kleiner werden, müssen zwischen ihnen vernetzende Korridore geschaffen werden. Der LGU sei bekannt, dass sich die liechtensteinischen Gemeinden immer wieder dahingehend engagieren und bereit sind, vernetzende Strukturen zu schaffen. "Umso befremdlicher erscheint es nun, dass genau oberhalb des in den Planungsinstrumenten festgelegten, rheintalquerenden Wildtierkorridors eine publikumswirksame Hängebrücke entstehen soll. Denn das würde bedeuten, dass in Liechtenstein die Wildwanderung in einem entscheidenden Gebiet erschwert, wenn nicht gar verhindert wird, während die Schweiz im Jahr 2023 mit dem Bau einer Wildtierbrücke über die Autobahn zwischen Buchs und Haag beginnen wird", so die LGU weiter.

Austausch und Prüfung

Da sich ein solches Projekt jedenfalls auf den überregionalen Wildtierkorridor auswirken wird, müssen sich Liechtenstein und die Schweiz in den Augen der LGU darüber austauschen. Dies lege die Espoo-Konvention fest, welche die grenzüberschreitenden Auswirkungen von Projekten regelt. Das Amt für Umwelt sei die bewilligende Behörde für Eingriffe in Natur und Landschaft. Ihm gegenüber muss nachgewiesen werden, dass das öffentliche Interesse an der Hängebrücke grösser ist, als die Interessen von Natur- und Landschaftsschutz gemäss Richtplanung. Zudem müsse nachgewiesen werden, ob und wie die Funktionalität des Wildtierkorridors gewährleistet bleibt.

Kein Mehrwert

Aus Sicht der LGU kann bisher kein Mehrwert im Sinne von Umwelt- und Naturschutz erkannt werden. Auch im sozialen Bereich sei ein Mehrwert fraglich, denn eine solche Hängebrücke werde sich nur für einen relativ kleinen Teil der Bevölkerung als Freizeiterlebnis eignen. "Vielleicht wäre es gut, wenn wir Heute mit dem Wissen von Gestern noch einmal über das Morgen nachdenken? Denn die schöne Idee, einen verbindenden Wanderweg durch alle Gemeinden zu führen, lässt noch viele gute Möglichkeiten offen, nachhaltige Mehrwerte zu schaffen", heisst es weiter.

(df)

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