Regierungsrätin Dominique Gantenbein und Arnold Kind, Leiter des Schulamts. (Foto: IKR)
Politik
Liechtenstein|13.07.2017 (Aktualisiert am 13.07.17 18:15)

Primarschulzeit bleibt bei fünf Jahren

VADUZ - Die Regierung hat am Dienstag den Bericht zur Dauer der Primarschule und Sekundarstufe in Liechtenstein zur Kenntnis genommen und nach Abwägung der Vor- und Nachteile entschieden, dass der neue Lehrplan weiterhin auf fünf Jahre Primar- und vier Jahre Sekundarstufe auszulegen ist. Bildungsministerin Dominique Gantenbein stellte den Entscheid der Regierung am Donnerstag an einer Pressekonferenz vor.

Regierungsrätin Dominique Gantenbein und Arnold Kind, Leiter des Schulamts. (Foto: IKR)

VADUZ - Die Regierung hat am Dienstag den Bericht zur Dauer der Primarschule und Sekundarstufe in Liechtenstein zur Kenntnis genommen und nach Abwägung der Vor- und Nachteile entschieden, dass der neue Lehrplan weiterhin auf fünf Jahre Primar- und vier Jahre Sekundarstufe auszulegen ist. Bildungsministerin Dominique Gantenbein stellte den Entscheid der Regierung am Donnerstag an einer Pressekonferenz vor.

Dass Liechtenstein einen neuen Lehrplan erhalten wird, der sich am Lehrplan 21 der Deutschweizer Kantone orientiert, steht seit dem Regierungsbeschluss von Dezember 2016 fest. Diese Angleichung sichert nach der Pflichtschulzeit den Anschluss an die weiterführenden Schulen in der Schweiz. Bei der Überarbeitung des Lehrplans stellte sich gleich zu Beginn die Frage, wie mit der im Vergleich zur Schweiz unterschiedlichen Primar- und Sekundarschuldauer umgegangen werden soll. Während in Liechtenstein die Primarschule fünf Jahre und die Sekundarstufe vier Jahre dauert, haben alle Deutschschweizer Kantone im Rahmen der Harmonisierung der obligatorischen Schule (Harmos) auf sechs Jahre Primar- und drei Jahre Sekundarstufe umgestellt. Um die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Systeme zu eruieren, hat die Regierung im Februar die Erstellung eines entsprechenden Berichtes in Auftrag gegeben (das "Volksblatt" berichtete). Dieser Bericht liegt nun vor und behandelt insbesondere die pädagogischen, personellen, baulichen und finanziellen Aspekte der beiden Systeme.

"Argumente halten sich die Waage"

Laut den Ergebnissen des Berichts sprechen sowohl für die Beibehaltung des aktuellen Schulsystems wie auch für die Umstellung auf sechs Jahre Primarschule gute Gründe - je nach Blickwinkel und Gewichtung der Aspekte. "Es gibt jedoch keine eindeutigen Argumente, aufgrund derer man einer Option klar den Vorzug geben könnte, da bei einer Systemumstellung lediglich der Zeitpunkt des Übertritts verschoben wird und keine merkliche Änderung der Bildungsqualität zu erwarten ist", heisst es in der Mitteilung der Regierung. Auch die Diskussion mit Vertretern der Lehrerschaft, der Schulleitungen, der Gemeindeschulräte, der Elternvereine und des Schulamts habe repräsentativ aufgezeigt, dass die Positionen sehr unterschiedlich sind.

Wie es in der Mitteilung weiter heisst, verfüge Liechtenstein grundsätzlich über ein qualitativ gut funktionierendes Schulsystem, das international "sehr gut mithalten kann". Der liechtensteinische Weg habe sich in den vergangenen Jahrzehnten gut bewährt. Liechtenstein sei nicht zu klein, um ein eigenes Schulwesen zu unterhalten. Vor diesem Hintergrund hat die Regierung entschieden, die jetzige Schulstruktur mit fünf Jahren Primarschuldauer beizubehalten. Bildungsministerin Dominique Gantenbein: "Im Sinne der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Schulwesens sollen im Zusammenhang mit der Erarbeitung und Einführung des neuen Lehrplanes gemeinsam weitere Schritte zur Verbesserung der Bildungsqualität gesetzt werden."

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Freitag (14. Juli 2017).

(red)

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