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Liechtenstein|18.01.2009

Rebecca Carrington und Colin Brown begeistern vor vollem Haus

SCHAAN - Rebecca Carrington ist eine aussergewöhnliche Künstlerin: eine klassische Cellistin, die nicht nur hervorragend musizieren, sondern auch noch irrsinnig komisch sein kann, trifft man nicht alle Tage. Durch Colin Brown kongenial zum Duo ergänzt, feierte die Engländerin am Samstag auf der Bühne des TaK Geburtstag.
 
Eigentlich war ja kein Duo zu erleben, sondern ein Trio. Denn ohne Joe, das Cello, geht gar nichts. Joe hat Carrington überallhin begleitet, nach Frankreich, Schottland, Amerika, Italien, Indien, Deutschland und eben nun auch erstmals nach Liechtenstein. Ein mit Aufklebern aus aller Herren Länder verzierter Cellokoffer ist unverzichtbares Requisit der Show. Er unterstreicht die Authentizität dessen, was Carrington im Grund erzählt: ihre eigene Geschichte, die Geschichte einer Profimusikerin, die ihr «Cello wie eine Gitarren spieen wollte» und auf der Suche nach dem richtigen Ort dafür um die ganze Welt bereist hat.

Anfang spielte Carrington noch recht brav Bach ? eine Bravheit, die durch den Auftritt eines rappenden schwarzen Herrn eine doch eher unerwartete Brechung erfuhr. Colin Brown, den Carrington vor einigen Jahren beim Edinburgh Festival kennengelernt hat, ist fast so komisch wie seine Partnerin. Stets passend zur jeweiligen Episode neu gewandet, tauchte er auf der Bühne auf, spielte Perkussion, sang den Bass oder ? o doch! ? spielte Dudelsack. Als Afrikaner, mit Kieks in der Stimme und buntem Folkloreanzug, brachte er in einer Solonummer sogar das Publikum im ausverkauften TaK zum Mitsingen und zum Tanzen. Carrington profilierte sich als sensationell vielseitige Künstlerin, die übrigens tatsächlich ihr Cello wie eine Gitarre spielen kann ? aber keineswegs nur das. Gemeinsam mit Joe dem Cello demonstrierte Carrington die schier unendliche Vielfalt der klanglichen Möglichkeiten ihres Instruments. Gitarre, Sitar, afrikanisches Fingerklavier: alles mit eingebaut.

Ganz nebenbei profilierte sich Carrington auch als sehr gute Sängerin ? sogar als Tenor. Sie nahm geistreich und witzig nationale Stereotypen in kleinen Episoden aus ihrem ? wohl tatsächlich persönlichen ? Erfahrungsschatz aufs Korn und begeisterte ihr Publikum mit einer hinreissenden, schiefmäuligen Barbra-Streisand- und einer umwerfend geturnten Madonna-Parodie. Auch was Grimassenschneiden angeht, stehen Carrington und Brown einander übrigens in nichts nach. Das gesprochene Wort der Show erklang teils auf Englisch, teils in beachtenswert gutem Deutsch. Gerade ältere Theaterbesucher werden es Carrington und Brown gedankt haben, ausserdem ist natürlich gerade auch die lockere Demonstration von Carringtons sprachlicher Weltläufigkeit unverzichtbarer Teil des Spasses.
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