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Donnerstag - 12. November 2015 | 13:48 (Aktualisiert am 12.11.15 19:33)

Gericht: Ländereien in Tschechien gehören nicht dem Fürstenhaus

VADUZ/PRAG - Ein Gericht in Prag hat entschieden, dass 600 Hektaren Land in der Nähe von Prag nicht dem Fürstenhaus Liechtenstein gehören. Dies, obwohl diese Ländereien im Grundbuch noch auf Fürst Franz Josef II. eingetragen sind.

(Archivfoto: VB)

Es ist ein kleiner Nebenschauplatz in der Bände füllenden Geschichte zwischen Liechtenstein und dem heutigen Tschechien. Vor einiger Zeit hat die Stiftung Fürst von Liechtenstein festgestellt, dass 600 Hektaren Land in der Nähe der Hauptstadt Prag im Grundbuch noch immer auf den Fürsten Franz Josef II. eingetragen sind. 600 Hektaren – das entspricht immerhin der Fläche der Gemeinde Gamprin-Bendern. Als rechtmässige Erbin von Fürst Franz Josef II forderte die Stiftung, dass fortan sie im Grundbuch eingetragen wird. Dies rief allerdings die tschechischen Behörden auf den Plan. Es folgte eine Feststellungsklage, mit welcher die Behörden klären lassen wollten, wem dieses Land nun gehört – Tschechien oder der Stiftung Fürst von Liechtenstein. Das Gericht kam nun zum Schluss, dass es sich bei dem Grundbucheintrag um ein Versäumnis handle.

Benes-Dekrete noch anwendbar?

Restitutionsansprüche können durch ein tschechisches Gericht nur ab dem Zeitpunkt 1948 geltend gemacht werden und nur von tschechischen Staatsbürgern. «Da die Stiftung aber gar keinen Restitutionsanspruch gestellt hat, sondern bereits grundbücherlich eingetragen ist, bedeutet dies, dass die Benes-Dekrete von 1945 für Liechtensteiner offensichtlich auch 2015 anwendbar sind», folgert der Sprecher der Stiftung, Max Hohenberg, im Gespräch mit dem «Volksblatt». Durch die Benes-Dekrete wurden nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1945 alle deutsch- und ungarischstämmigen Einwohner des heutigen Tschechien sowie Kollaborateure enteignet und aus dem Land vertrieben.

Stiftung zieht Klage weiter

Wie es in einer Mitteilung der Fürst von Liechtenstein Stiftung heisst, könne jedoch klar bewiesen werden, dass Franz Josef II. bei der Volkszählung nie die deutsche Staatsbürgerschaft angegeben habe. Der Zählbogen sei nicht, wie strikt erforderlich, von einem Familienmitglied ausgefüllt und unterschrieben worden, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Stiftung will daher die Klage weiter an die nächste Instanz ziehen. Würde ein Gericht anders entschieden, dann könnte dies weitreichende Folgen haben: Insgesamt gehörten dem Fürstenhaus in Tschechien nämlich nicht nur diese 600 Hektaren sondern rund 690 Quadratkilometer Land, also mehr als die vierfache Fläche Liechtensteins.

(dq)

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