Mittwoch - 10. März 2010 | 00:32
Klimawandel: Es drohen Krankheiten
VADUZ - Mit dem Klimawandel kommen höhere Temperaturen, trockenere Sommer - und sehr wahrscheinlich auch neue Krankheitsgefahren auf die Menschen in der Region zu.
Essen, das schneller verdirbt, Zecken, die sich ausbreiten, Krankheiten aus wärmeren Gefielden, die den Weg nach Liechtenstein finden. Wie sich die Situation im Jahr 2050 tatsächlich darstellt, ist derzeit zwar nur Spekulation. Aber diese ist Grund genug, der Erwärmung des Weltklimas entgegenzuwirken, so lange wir den Schaden noch einigermassen gering halten können.
Die Pollen fliegenHarte Zeiten könnten auf Allergiker zukommen. «In Zukunft dürfte die Pollensaison und somit die Belastungszeit für Allergiker als Folge der Klimaänderung länger werden», blicken die Fachleute in die Zukunft, «ob der künftige Temperaturanstieg zu höheren Pollenkonzentrationen führen wird, ist unklar.» Aber nicht nur die Pollen sollen in 40 Jahren das Schnaufen erschweren. «Mit der Klimaerwärmung und dem häufigeren Auftreten von Hitzewellen sind auch die Voraussetzungen für hohe Ozonkonzentrationen günstig», heisst es in der Studie.
Zecken im AnmarschJe grösser die Wärme, desto luftiger die Kleidung - und desto grösser die Angriffsfläche für Zecken: «Mildere Winter begünstigen die Überlebenschancen von Zecken und ihren Wirtstieren und ermöglichen es den Zecken, in höhere Lagen vorzudringen.» Andererseits könnte das Klima die gefürchteten Erreger, die in den Zecken schlummern, das «Leben» schwer machen: «Steigende Temperaturen beeinflussen die Ausbreitung der Krankheitserreger. So wird im Falle der Zeckenenzephalitis als Folge des Anstiegs der Sommertemperaturen und der Abnahme der Feuchtigkeit mit einem Rückgang gerechnet.» So führt die Studie diesbezüglich zur Aussage: «Die Veränderung der Häufigkeit von zeckenvermittelten Krankheiten ist unklar.» Unklar ist auch, wie sich die Verbreitung anderer sogenannter Vektorkrankheiten entwickelt - also von Krankheiten, die von anderen Lebewesen übertragen werden.
Forscher halten es für «eher unwahrscheinlich», dass sich hierzulande tropische Krankheiten wie die Malaria oder das Dengue-Fieber ausbreiten. «Allerdings dürfte es zu einer leichten Zunahme der bisher seltenen Ansteckungen kommen, da die Vektoren bei wärmeren Temperaturen in unseren Breiten länger überleben können.» Und: «Einige Erreger von Tierkrankheiten - wie beispielsweise Herzwurm, Piroplasmen und Leishmanien ? sind bereits auf den Menschen übertragbar (Zoonosen) oder könnten es werden.»
Weitere Nachrichten für die Gemeinden:
Vaduz