Mittwoch - 11. November 2009 | 06:13
Ärzte für Senkung der Mobilfunk- grenzwerte
SCHAAN - Ein am Dienstagabend im Schaaner Rathaus unter dem Patronat der Ärztekammer abgehaltenes Ärzteforum zum Thema "Mobilfunk und Gesundheit" sprach sich einmal mehr vehement für die Senkung der Mobilfunkgrenzwerte aus.
Drei Wochen vor dem Termin zur Abstimmung der Mobilfunk-Initiative werfen die Ärzte nochmals alles in die Waagschale, um eine Senkung des Strahlengrenzwertes von 6 auf 0,6 Volt pro Meter beim Stimmvolk zu erreichen und stellen sich klar hinter den Landtag und gegen das Initiativkomitee Mobilfunkversorgung. "Mobilfunk macht krank" lautet der Befund des Mediziners Reinhold Jandrisovits, der in einem Impulsreferat einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Emissionsspitzen von Handy-Funkmasten und bestimmten Krankheitserscheinungen aufzeigte. Er verweist auf eine ärztliche Verlaufserhebung über 15 Jahre, die er in seiner 1200- Seelen-Gemeinde südöstlich von Wien durchgeführt hat. Nach der Inbetriebnahme von drei Mobilfunksendern konstatierte der Mediziner eine sprunghafte Zunahme von Schlafstörungen, Tinnitus, Erschöpfungszuständen oder Bluthochdruck. "Es gibt eine verblüffende Übereinstimmung zwischen Emissionsspitzen und dem Ausmass der gesundheitlichen Störungen", resümierte Jandrisovits das Ergebnis seiner Studien, die auch schon auf wissenschaftlichen Kongressen vorgestellt wurden.
Zahlen sprechen BändeJandrisovits präsentierte anhand von Grafiken den Zusammenhang zwischen Feldstärken und der Inzidenz von Krankheitsbildern. Bei Tinnitus betrug die Steigerung nach Inbetriebnahme der Mobilfunkanlagen das Dreifache, bei Hörsturz gar bis zum 6-Fachen. Alarmierend sei aber die Zunahme bei Karzinomenneuerkrankungen. "Ich bin seit 25 Jahren als Arzt tätig", schloss der Österreicher, "habe aber eine derartige Steigerung von Krebserkrankungen besonders bei jungen Leuten noch nicht erlebt." Bei den anderen Erkrankungen habe sich nach einem Ortswechsel vielfach eine deutliche Besserung der Beschwerden eingestellt.
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