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Dieser Biber wagte sich Anfang April 2017 in Schaan vor die Kamera eines «Volksblatt»-Lesers. (Foto: ZVG/Roger Beck)
Vermischtes
Liechtenstein|11.01.2018 (Aktualisiert am 11.01.18 11:03)

«Biberkonzept» kommt nun doch erst im Frühjahr

VADUZ - Entgegen dem vom Ministerium für Umwelt verkündeten Zeitplan, konnte das "Konzept Biber Liechtenstein" nicht bis Ende 2017 der Regierung vorgelegt werden.

Dieser Biber wagte sich Anfang April 2017 in Schaan vor die Kamera eines «Volksblatt»-Lesers. (Foto: ZVG/Roger Beck)

VADUZ - Entgegen dem vom Ministerium für Umwelt verkündeten Zeitplan, konnte das "Konzept Biber Liechtenstein" nicht bis Ende 2017 der Regierung vorgelegt werden.

Die Regierung wird nun voraussichtlich doch erst im Frühjahr über das «Konzept Biber Liechtenstein» entscheiden können. Das bestätigt Olivier Nägele, Leiter Abteilung Wald und Landschaft beim Amt für Umwelt (AU), auf «Volksblatt»-Anfrage. Die finalen Abstimmungen seien jedoch im Gange.

Umweltmini­sterin Dominique Gantenbein wollte das Biberkonzept eigentlich bereits Ende 2017 ihren Regie­rungskol­legen zur Beschlus­sfas­sung vorlegen. (Archivfoto: Paul Trum­m...

Der Konzeptentwurf war im Juli in die Konsultation geschickt worden. Bis zum 30. September konnte die Öffentlichkeit – insbesondere Gemeinden und diverse Institutionen –, dazu Stellung zu nehmen. Diese Frist wurde jedoch bis zum 13. Oktober verlängert.

Die verspäteten Stellungnahmen werden auch als Grund genannt, weshalb die Finalisierung sich nun um mindestens zwei Monate verzögert. Noch im Oktober hatte das Ministerium für Umwelt erklärt, man plane, das Konzept bis Ende 2017 der Regierung zur Beschlussfassung vorzulegen. Dabei zeichnete sich bereits damals ab, dass die Stellungnahmen sehr unterschiedlich ausfallen

Diese Biberfalle, die das Amt für Umwelt Anfang 2017 in Balzers auf­ge­stellt hatte, wurde in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von den "Biberbrüdern" beschädigt. (Foto: LPFL)

Während etwa der Triesner Gemeinderat den Konzeptentwurf «vollumfänglich» unterstützt und eine «konsequente Umsetzung» fordert, vermisst die Gemeinde Balzers die «positive Grundhaltung zum Biber» und fordert gemeinsame Lösungen mit der Schweiz und Österreich. In Balzers sei der Biber explizit erwünscht, heisst es. Eschen wiederum sieht im Töten der Biber die einzige Massnahme, um den Hochwasserschutz zu gewährleisten. Vaduz will Biber zwar nicht töten – aber wegekeln.

Die Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) demontiert den Entwurf auf 13 A4-Seiten. Sie ortet Stimmungsmache gegen den Biber, Falschaussagen, Widersprüche und befürchtet, «dass dieses Konzept den Anforderungen der Praxis schon von Beginn an nicht genügen wird».

Entsprechend aufwendig war es für das AU, bei dieser Meinungsvielfalt eine angemessene Zusammenfassung zuhanden des Ministeriums für Umwelt zu erstellen. Umso mehr dürfen nun jedoch die «finalen Abstimmungen» mit Spannung erwartet werden. Aufgrund der Vorzeichen in Form des Konzeptentwurfs ist allerdings kaum mit einer inhaltlichen 180-Grad-Kehrtwende zu rechnen. Dennoch handelt es sich am Ende um eine politische Entscheidung, die über Jahre hinweg aufgeschoben wurde. Die Kunst dabei wird sein, Umwelt- und Hochwasserschutz möglichst gleichwertig und effizient zu vereinen.

(ds)

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