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Liechtenstein|23.12.2017

Missverständnis bei Polizeikontrolle: Autofahrer schuldig gesprochen

VADUZ - Ein Fehlschluss bei einer routinemässigen Verkehrsregelung der Landespolizei in Schaan endete gestern vor dem Landesgericht. Der Angeklagte Liechtensteiner musste sich in drei Anklagepunkten vor dem Richter verantworten.

VADUZ - Ein Fehlschluss bei einer routinemässigen Verkehrsregelung der Landespolizei in Schaan endete gestern vor dem Landesgericht. Der Angeklagte Liechtensteiner musste sich in drei Anklagepunkten vor dem Richter verantworten.

Vor dem Landgericht musste sich gestern ein 48-jähriger Liechtensteiner verantworten. Vergehen des versuchten Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Nichtbeachtung der Weisungen einer Polizistin sowie Vergehen der fahrlässigen Körperverletzung lautet die Anklage.
Er soll bei einer routinemässigen Verkehrsregelung durch die Polizei im August 2017 den Anweisungen einer Polizistin nicht nachgekommen sein und durch die Weiterfahrt die Frau zu Fall gebracht haben. Begonnen habe alles damit, so die Polizistin, dass sie ihn beim Abbiegen in die Gapetschstrasse in Schaan angehalten habe. Zu dieser Zeit sei wegen einer Baustelle nur den Anwohner erlaubt gewesen diese Strasse zu befahren. Die Frage ob der Liechtensteiner hier wohne, bejahte er, konnte aber der Polizistin keine weiteren Angaben dazu machen, wo sich sein Haus genau befinde. Vielmehr vernahm die Polizistin seinerseits nur ein Gemurmel. Daraufhin sei er «zu zügig» losgefahren und die Polizistin stürzte auf ihre Knie. Ob der Sturz nun durch das Mitreissen verursacht wurde oder ob sie sich durch eine Kurzschlussreaktion noch am Fensterrahmen des Autos festgehalten habe, das könne sie nicht mit hundertprozentiger Gewissheit sagen. Der Angeklagte Liechtensteiner schilderte den Vorfall etwas anders. Ja es sei richtig, dass er von der besagten Polizistin angehalten wurde und es stimme auch, dass er behauptet habe, dass er in dieser Strasse zuhause sei, obwohl er nur auf dem Weg zu einem Bekannten war. Für ihn sei aber logisch gewesen, dass die Kontrolle hiermit beendet gewesen sei. Denn sie habe sich während der Befragung auf das Auto abgestützt und ins Fahrzeug hineingeschaut. Zum Zeitpunkt als der Angeklagte losgefahren ist, habe sie sich vom Auto fortbewegt und die Hände nicht mehr beim Fahrzeug gehabt. Da die Kontrolle, laut Angeklagtem, sehr unfreundlich abgelaufen sei, rechnete er auch mit keiner Verabschiedung und wollte bei der etwa 20 Metern entfernten unteren Rüttigasse wenden. Darauf hin habe er und sein Beifahrer Schreie gehört und das Fahrzeug sofort zum Stillstand gebracht. Als er die Polizistin am Boden gesehen habe, sei er, was die Polizistin bestätigen konnte, sofort ausgestiegen, habe ihr aufgeholfen und angeboten einen Rettungswagen zu organisieren.

Urteil wurde gefällt

Nach knapp einer zweistündigen Verhandlung stand schliesslich das Urteil fest. Der zuständige Richter sprach den Angeklagten in einem von drei Punkten schuldig. Er muss wegen Nichtbefolgung polizeilicher Weisungen eine Busse von 400 Franken bezahlen, sowie die Verhandlungskosten übernehmen. Vom Anklagepunkt versuchter Widerstand gegen die Staatsgewalt, sowie Vergehen der fahrlässigen Körperverletzung wurde er freigesprochen. Die Polizistin konnte sich laut eigener Aussagen nicht mehr genau daran erinnern, ob sie mitgerissen oder sich selbst festgehalten habe. Auch die Schwere der Verletzungen sei zu gering gewesen um den Angeklagten in diesem Punkt zu verurteilen.

(eo)

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