Geschenke in letzter Minute gibt es am 24. Dezember in zahlreichen Fachgeschäften in Liechtenstein. (Foto: Shutterstock)
Wirtschaft
Liechtenstein|21.12.2017 (Aktualisiert am 21.12.17 10:06)

Zahlreiche Geschäfte an Heiligabend geöffnet

VADUZ - Auf den Umsatz von Last-Minute-Shoppern vor Weihnachten wollen viele Geschäfte nicht verzichten. Sie öffnen daher auch am Tag von Heiligabend, obwohl dieser heuer auf einen Sonntag fällt.

Geschenke in letzter Minute gibt es am 24. Dezember in zahlreichen Fachgeschäften in Liechtenstein. (Foto: Shutterstock)

VADUZ - Auf den Umsatz von Last-Minute-Shoppern vor Weihnachten wollen viele Geschäfte nicht verzichten. Sie öffnen daher auch am Tag von Heiligabend, obwohl dieser heuer auf einen Sonntag fällt.

So beispielsweise die Läden im Zentrum von Eschen, wie Bernadette Kubik-Risch, Inhaberin des Bücherladens Omni, auf Anfrage bestätigt. Der Grund: Es werde jedes Jahr schwieriger, sich gegen den Onlinehandel zu behaupten. Daher müsse man mit den Öffnungszeiten den Kunden soweit als möglich entgegenkommen. Da bietet sich der 24. Dezember an. Denn an dem Tag ist der stationäre Handel im Vorteil. Wer ein Last-Minute-Geschenk braucht, kann es schön eingepackt direkt mitnehmen. Und der 24. sei jeweils ein guter Verkaufstag, weiss sie aus Erfahrung. Im Geschäft stehen wird Bernadette Kubik-Risch an Heiligabend selber, ein schlechtes Gewissen gegenüber Mitarbeitenden brauche sie daher nicht zu haben. Bei Erlebe Vaduz und bei der IG Schaan habe man auch diskutiert, ob man die Läden öffnen will. Man sei jedoch zum Schluss gekommen, es beim traditionellen Sonntagsverkauf am 3. Adventssonntag zu belassen. Nun sei es den einzelnen Geschäften überlassen, ob sie öffnen wollen oder nicht, hiess es auf Anfrage.

Wer an Heiligabend neben dem Last-Minute-Geschenk noch eine frische Ananas oder Fleisch für ein Fondue braucht, kann sich bei den hiesigen Supermärkten mit Lebensmitteln eindecken. Auch die haben an Heiligabend geöffnet – zumindest jene, die auch sonst an Sonntagen geöffnet haben. Am Weihnachtstag, am 25. Dezember, gibt es für die Mitarbeitenden eine Verschnaufspause. Am Stefanstag hingegen kann man den Kühlschrank in vielen Supermärkten bereits wieder auffüllen.

"Mit der Sonntagsruhe sollte man generell behutsam umgehen"

Christian Vosshenrich, Pfarrer von Eschen

"Muss das sein?"

Doch nicht alle finden es gut, dass die Geschäfte am 24. geöffnet haben. «Muss das unbedingt sein am Heiligen Abend? Verstehe ich nicht», schreibt ein Facebook-Nutzer auf der Seite von der IG-Eschen-Nendeln. Auch der Eschner Pfarrer, Christian Vosshenrich, hat für das Gewerbe zwar ein gewisses Verständnis, er bemitleidet jedoch auch die Angestellten, die am Sonntag im Einsatz sind. Schliesslich sei Weihnachten das Fest der Familie. Generell findet er, dass man mit der Sonntagsruhe behutsam umgehen sollte.

Beim Liechtensteiner Arbeitnehmerverband sieht man es hingegen recht entspannt. Anders als in Deutschland, wo die Gewerkschaft ver.di zum Boykott der Geschäfte aufruft, die an Heiligabend geöffnet haben, ist man in Liechtenstein Sonntagsöffnungszeiten bereits gewohnt. Schliesslich ist es Lebensmittelgeschäften mittlerweile seit rund 15 Jahren erlaubt, an Sonntagen zu öffnen. Heiligabend mache da keine Ausnahme. Allerdings habe der LANV bei der Einführung erkämpft, dass den Verkaufsangestellten an Sonntagen 50 Prozent mehr Lohn bezahlt werden muss. Das sei gerade für Teilzeitangestellte und Studenten sehr lukrativ und daher arbeiteten viele an den Sonntagen gerne. So gesehen sei die Regelung nicht so schlecht, findet Langenbahn, obwohl er es noch immer befürworten würde, den Sonntag diesbezüglich besser zu schützen.

Auch an Heili­gabend gibt es noch viel Auswahl. (Foto: SSI)
(dq)

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