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Wirtschaft
Liechtenstein|20.12.2017 (Aktualisiert am 20.12.17 10:06)

Rufnummernportierung wieder auf der Agenda

VADUZ - Das Amt für Kommunikation (AK) hat sich entschlossen, das Thema Rufnummernportabilität einer neuerlichen Bewertung zu unterziehen und hat daher am 29. November einen Roundtable in Vaduz mit den betroffenen Anbietern von elektronischen Kommunikationsdiensten und anderen Interessensgruppen veranstaltet. 

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VADUZ - Das Amt für Kommunikation (AK) hat sich entschlossen, das Thema Rufnummernportabilität einer neuerlichen Bewertung zu unterziehen und hat daher am 29. November einen Roundtable in Vaduz mit den betroffenen Anbietern von elektronischen Kommunikationsdiensten und anderen Interessensgruppen veranstaltet. 

Die Rufnummernportierung sei als gesetzliche Pflicht im Kommunikationsgesetz (KomG) und der entsprechenden Verordnung normiert, geht aus dem Protokoll des Roundtables hervor. Sie war in den letzten Jahren zwar öfter Thema von Projekten und Arbeitsgruppen, wurde aber bis anhin nicht in die Praxis umgesetzt. Das Amt für Kommunikation will das Thema - nicht zuletzt wegen der neuen Roamingregeln der EU - wieder aufgreifen und neu bewerten. Dazu hat es sämtliche Betreiber - auch jene, die nicht Zuteilungsinhaber von Rufnummernblöcken sind, z.B. Internet Service Provider (ISP) - eingeladen. Ausserdem hat das AK Mandy Quaderer von der Firma Hermann Quaderer Autoelektrik AG als grössten Betreiber einer Verkaufsstelle für Mobilfunkdienstleistungen und somit gleichsam als „Sprachrohr“ der Kunden und Peter Elkuch als Vertreter der Landespolizei eingeladen. Das Amt stehe vor der Aufgabe, zwischen Kundeninteresse und Aufwand der Betreiber abzuwägen, um in weiterer Folge zu entscheiden, ob die generelle Verpflichtung zur Rufnummernportierung in Liechtenstein von den Betreibern umzusetzen ist, oder ob diese von der Verpflichtung bis auf weiteres befreit werden sollen.

Nur +423-Rufnummern Gegenstand der Debatte

Kur Bühler, Leiter des AK, betonte, dass es ausschliesslich um die Rufnummernmitnahme innerhalb von Liechtenstein – also nur um +423-Rufnummern – geht. Eine Portierung von Schweizer Rufnummern nach Liechtenstein sei nicht Gegenstand des Roundtables, auch wenn seitens einiger Teilnehmer Interesse bestanden hätte. Bühler hält in diesem Zusammenhang fest, dass nur etwa 30 Prozent aller in Liechtenstein abgeschlossener Mobilabos mit +423-Rufnummern adressiert sind und der Rest auf Schweizer Betreiber verteilt sind. Eine Erhebung des AK in den Jahren 2011/12 habe aufgrund der erwarteten Portierungsanfragen Kosten von über 1000 Franken pro Portierung für einen Mobilanschluss ergeben. Von einer Einführung der Mobil-Portierung sei daher damals abgesehen worden. 

Interesse an Rufnummernmitnahme gross

Mandy Quaderer von der Firma Hermann Quaderer Autoelektrik AG, der vor allem die Kundenseite kennt, hat gemäss Protokoll kein Verständnis dafür,  dass die Rufnummernportierung in Liechtenstein noch immer nicht implementiert ist. Er ist sich sicher, dass sich die liechtensteinische Bevölkerung in einer allfälligen Abstimmung für die Implementierung der Rufnummernportierung aussprechen würde. Zumal sich laut Quaderer neue Kunden zunehmend für Produkte mit liechtensteinischen Rufnummern entscheiden würden.

Rene Schiefer, Leiter Technik bei der Telecom Liechtenstein, erinnerte daran, dass in Liechtenstein die Unverhältnismässigkeit zwischen Kosten und Nutzen zu beachten sei. Aus Sicht der Telecom wäre vor allem der Fall von Portierungen von +41 zu +423 notwendig, was aber aufgrund der regulatorischer Rahmenbedingungen nicht möglich sei. Quaderer meinte darauf, dass die Notwendigkeit zur Einführung der Rufnummernmitnahme insbesondere aufgrund der „Groundings“ der letzten Jahre (Tele2-Austritt, VIAG/Montel Übernahme durch Orange/Salt, Fusion von mobilkom liechtenstein AG und TLI AG, Auflassung LIMO) gegeben sei. Für viele Kunden sei es wichtig ist, die aktuelle Rufnummer behalten zu können. Er schlug als Übergangslösung etwa vor, eine „Rückschaltung“ auf Prepaid-Nummern – also das Überführen einer Rufnummer von einem monatlichen Abo zu einem Prepaid-Abo – zu ermöglichen. Damit könnte zumindest der Nachlauf auf die alte Nummer beliebig lange und für den Kunden kostenlos aufgefangen und der Anrufer über die neue Rufnummer mittels Mailbox-Ansage informiert werden.

Stellungnahmen bis Februar 2018

AK-Leiter Bühler hielt abschliessend fest, dass der Druck zur Einführung der Rufnummernportierung in Liechtenstein so hoch angestiegen ist, dass etwas passieren müsse. Er erinnerte die Beteiligten des Roundtables daran, dass die Betreiber ihre Stellungnahmen bis Ende Februar 2018 beim AK formell einzureichen haben. Das AK werde diese auswerten und dann entscheien. Sollte sich aus den schriftlichen Stellungnahmen die Notwendigkeit für weitere Diskussionen ergeben, werde das AK erneut zu einem Roundtable einladen.

(df)

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