Im Weihnachtsstress sind heutzutage die Pöstler - allerdings sind die Margen im Paket-Geschäft gering. (Foto: SSI)
Wirtschaft
Liechtenstein|20.12.2017

Onlineshopping: Post freut sich über mehr Pakete

VADUZ - Wer früher das «Christkindle stören» ging, der bummelte durch Einzelhandelsgeschäfte. Heutzutage sitzen viele abends am Laptop und ordern die Geschenke im Netz. Weihnachtsstress kennen heute vor allem die Pöstler.

Im Weihnachtsstress sind heutzutage die Pöstler - allerdings sind die Margen im Paket-Geschäft gering. (Foto: SSI)

VADUZ - Wer früher das «Christkindle stören» ging, der bummelte durch Einzelhandelsgeschäfte. Heutzutage sitzen viele abends am Laptop und ordern die Geschenke im Netz. Weihnachtsstress kennen heute vor allem die Pöstler.

«Das Volumen in der Paketzustellung ist in den vergangenen 15 Jahren kontinuierlich angestiegen, wobei sich die Zunahme in den letzten Jahren merklich beschleunigte. Derzeit gehen wir von einem hohen einstelligen Prozent-Wachstum auf Jahresende aus», erklärte Post-CEO Roland Seger auf Anfrage. Ein Grossteil dieser Pakete könne dem Handel respektive dem Onlinehandel zugeschrieben werden. Durch den verstärkten Trend zu Online-Käufen profitiere die Post somit indirekt, sofern die Pakete über den Kanal der Schweizerischen Post nach Liechtenstein gelangen würden. Allerdings ist es nicht so, dass sich dadurch die anspruchsvolle Lage der Post merklich verbessern würde: «Die Margen im Paketgeschäft sind seit langem unter Druck und wesentlich tiefer als im Briefverkehr», betont Seger und fügt bei: «Durch die höheren Volumen steigen jedoch bei uns auch die Kosten, wobei die Profitabilität letztlich von mehreren Faktoren abhängt.» Doch eines sei klar: «Das steigende Paketgeschäft ist grundsätzlich als Kompensation für den Briefrückgang wichtig für uns.»

Geschäft über Schweizer Post

Bei der Paketzustellung arbeitet die Liechtensteiner Post eng mit der Schweizer Post zusammen. Direkt nimmt die Liechtensteiner Post in der Paketzustellung nur Aufträge von in Liechtenstein domizilierten Kunden entgegen. Wobei dieser Markt sehr klein sei, merkt Seger an. Die Pakete aus dem Ausland, die von Liechtensteiner Pöstlern zugestellt werden, kommen alle via Schweizer Post ins Land. Das Entgelt für die Zustellung sei dann mit der Schweizerischen Post vertraglich vereinbart. Welche Versandkosten ein Händler dieser bezahlt, das entziehe sich seiner Kenntnis, erklärt Seger. Er geht aber davon aus, dass bei Online-Händlern, die über ein hohes Volumen verfügen, sicherlich Rabatte gewährt werden. «International gesehen ist dieser Kampf sehr hart. Der Paketmarkt ist vollkommen liberalisiert und auch in Liechtenstein gibt es mehrere Unternehmen die Pakete zustellen. Teils entscheidet der Kunde, teils der Handel, welche Zustellorganisation die Pakete nach Hause liefert», betont Seger und fügt bei: «Für die Paketzustellung in Liechtenstein möchten wir natürlich die erste Wahl sein, um so die Wertschöpfung in Liechtenstein zu halten.»

Darum, die Wertschöpfung im Land zu behalten, kämpfen auch die Einzelhändler. Doch neben dem Einkaufstourismus ist für sie der rapide wachsende Onlinehandel eine grosse Gefahr.

(dq)

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