Das «Kreuz» in Eschen durchlebt seinen wahrscheinlich letzten Winter. (Foto: Michael Zanghellini)
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Liechtenstein|19.12.2017

«Kreuz» soll «Kreuz plus» im August 2018 weichen

ESCHEN - Im Sommer soll das ehemalige Gasthaus «Kreuz» in Eschen abgerissen werden. An seiner statt kommt ein Neubau, der aber an das frühere Gebäude erinnern und vor allem den Ortskern beleben soll.

Das «Kreuz» in Eschen durchlebt seinen wahrscheinlich letzten Winter. (Foto: Michael Zanghellini)

ESCHEN - Im Sommer soll das ehemalige Gasthaus «Kreuz» in Eschen abgerissen werden. An seiner statt kommt ein Neubau, der aber an das frühere Gebäude erinnern und vor allem den Ortskern beleben soll.

Vergangene Woche machte der Eschner Gemeinderat den Weg frei für das Neubauprojekt «Kreuz plus»: Nachdem eine Neugestaltung des Areals bereits seit einigen Jahren vorgesehen war (siehe Chronologie rechts), wollen die Beteiligten die Überbauung nun rasch vorantreiben, wie sie bei der Präsentation des Projekts vor Medien am Montag im Gemeindesaal Eschen betonten. So soll im Frühjahr das Baugesuch eingereicht werden, mit der Bewilligung rechnet Hanno J. Konrad, Geschäftsführer der Annagh Est., noch vor dem Sommer. Dementsprechend könne der Spatenstich im September erfolgen, bezugsfertig soll das «mindestens 10 Millionen Franken» teure Gebäude im Frühjahr 2020 sein.


Präsentierten das Projekt (v.li.): Hanno J, Konrad, Geschäftsführer Annagh Est., Vor­steher Günther Kranz, Stif­tungsratspräsident Guido Wille-Minicus und Geschäftsführer Walter Fehr von der S...

Für das ehemalige Gasthaus «Kreuz», das dem Neubau weichen soll, bedeutet dies im Gegenzug das Ende. Es soll im August 2018 abgerissen werden, das Abbruchgesuch wurde bereits im Juli bewilligt. Dagegen hat sich die «Bürgerinitiative Pro Kreuz» stark gemacht, zuletzt wurde es aber still um die Gruppe. «Wir haben offiziell nichts mehr von der Initiative gehört», kommentierte Vorsteher Günther Kranz. Er und Konrad betonten aber nochmals, dass das Gebäude in einem sehr schlechten Zustand und nicht erhaltenswert sei.

«Ortsüblicher Baukern»

Die Erinnerung an das 1878 erbaute «Kreuz» wollen die Projektbeteiligten trotzdem hochhalten. So habe man bei der Planung gemäss den Vorgaben im Gestaltungsplan auf einen «ortsüblichen Baukern» geachtet, der sich neben der denkmalgeschützten Kirche und dem Pfrundhaus in den traditionellen Ortskern einfügen soll. Erreicht wird dies unter anderem mit einem Satteldach, einer ähnlichen Putzfassade und einem ausgewogenen Grössenverhältnis, damit die drei Gebäude eine Einheit bilden. Die Planungsgemeinschaft Annagh Est./Schafhauser Architekten AG könnte sich auch vorstellen, beispielsweise eine Eckbank aus dem alten Gasthaus zu übernehmen und diese im neuen Gebäude zu integrieren.

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Bei der Planung wurde auf eine ortsübliche Bauweise geachtet, Kirche, Pfrundhaus und Sozialfondshaus sollen eine Einheit bilden. Die Projekt­beteiligten erhof­fen sich durch das «Kreuz plus» a...

Andererseits wollen die Verantwortlichen mit dem «Kreuz plus» auch neue Wege gehen. In den 3 Obergeschossen sollen 18 barrierefreie und altersgerechte Mietwohnungen «zu marktgerechten Preisen» entstehen, zu denen bei Bedarf Zusatzleistungen wie Wäsche-, Putz- oder Mahlzeitenservices gebucht werden können. Möglich wären auch technische Elemente wie etwa eine Notrufeinrichtung. Solche Service-Wohnungen seien für Liechtenstein einmalig, meinte auch Walter Fehr, Geschäftsführer der Stiftung Sozialfonds, die als Investor für die ITW Gruppe einsprang. Angesichts der demografischen Entwicklung wolle man dieses innovative Projekt fördern, als Vorbild diene die Gossauer Altersresidenz «Vita Tertia». Im sogenannten «Sozialfondshaus» im Eschner Zentrum sollen aber alle Generationen ihren Platz finden.

Kita und Pub

Das gilt vor allem auch für das Erdgeschoss, welches «publikumswirksam» genutzt werden soll. Neben einer Kita wird wohl vor allem die geplante Gastronomie für Belebung auf dem Dorfplatz sorgen. 16 Eschner haben eine Absichtserklärung zur Eröffnung eines Pubs nach dem Vorbild des Balzner Griffin’s Pub im Sozialfondshaus unterzeichnet (das «Volksblatt» berichtete). Sollte dies nicht zustande kommen, wäre auch ein Café mit Gelateria oder ein kleines Restaurant denkbar. Zusätzlich sollen diverse Dienstleister Platz in dem Gebäude finden.

(df)

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