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(Fotos: Michael Zanghellini)
Kultur
Liechtenstein|11.12.2017 (Aktualisiert am 11.12.17 15:52)

Bayerisch-liechtensteinischer Kulturaustausch im Spoerry-Saal

VADUZ - Eine zünftige Portion Bayern-Klamauk erwartete das internationale Publikum im Vaduzer Spoerry-Saal, das unzählige Freudentränen zu vergiessen hatte: Gerhard Polt und die Well-Brüder waren zu Gast.

(Fotos: Michael Zanghellini)

VADUZ - Eine zünftige Portion Bayern-Klamauk erwartete das internationale Publikum im Vaduzer Spoerry-Saal, das unzählige Freudentränen zu vergiessen hatte: Gerhard Polt und die Well-Brüder waren zu Gast.

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Mathias Ospelt vom Schlösslekeller brachte es zu Beginn der Veranstaltung auf den Punkt: «In München ist es gar nicht möglich, an Karten zu kommen, deshalb sind viele aus Deutschland angereist. Früher kam man aus anderen Gründen nach Liechtenstein.» Neben vielen Liechtensteinern setzte sich das Publikum aus Schweizern, Österreichern und Deutschen zusammen – Letztere machten die Mehrheit aus. Was die vier Männer aus Bayern, genauer gesagt der Wortakrobat Gerhard Polt und die drei Well-Brüder in den nächsten zwei Stunden zur Schau brachten, das werden jene, die das Glück hatten, bei diesem tollen Adventsabend dabei gewesen zu sein, wohl nicht so schnell vergessen (können). Denn von der ersten Minute an ging es bereits lustig zur Sache.

Als äusserst gelungen kann das erste Lied der Well-Brüder über die Rupp Rohre Rohrbach bezeichnet werden. Christoph, Michael und Karl haben sich aus vormals zwei Formationen in den Well-Brüdern aus’m Biermoos vereint und nehmen fortan das politische Geschehen ihres Heimatbundeslandes wie auch jenes der restlichen Welt auf die Schippe. Stimmungsvoll gelang es ihnen, die Top-Themen des Jahres aus Liechtenstein hineinzureimen: «Wir sagen grüss Gott in Vaduz bei Schaan im Liechtensteiner-Land (...) wo immer noch der sparsame Ewald Ospelt regiert und überall ein Tresor hineinführt (...) wenn man einen Kindle oder Bischof Haas verehrt ist Liechtenstein noch im 15. oder bereits im 16. Jahrhundert (...)»

Und natürlich durfte auch der Vorschlag nicht fehlen, dass der Künstler Christo das Schloss in Vaduz mit einem Betttuch verhüllen sollte. Soviel zur Ouvertüre des Soundtracks, welcher den Weg zum Menschenkenner Polt ebnete.

«Heute gibt es überall Medien. Ich damals hatte nur den Bayerischen Rundfunk. Aber das ist in dem Sinn ja auch kein Medium.»

Die besten Zitate des Abends

  • «40 Jahre bin ich hart am Leberkäse gesegelt, wenn andere Leute Schnitzel assen.»
  • «Advent, eine pränatale Zeit. Die Zeit hat noch nie etwas anderes gemacht, als dass sie vergangen ist:»
  • «Ich bin ein echter Rentner, ich bin kein Frührentner: Mit diesem Personenkreis möchte ich nichts zu tun haben.»
  • «Ich habe das Gefühl, von Jahr zu Jahr werde ich toleranter.»
  • «Die Religionen lieben den Menschen. Wenn so eine Religion den Menschen bloss riecht, wie der Fusspilz auch.»
  • «Was haben wir für ein Lehrermaterial in Bayern: Ein junger Lehrer redet mit den Kindern über die Nazis. Er hat nicht einmal einen Krieg miterlebt, aber er redet gescheit daher.»
  • «Demokratie hat es früher in Deutschland nicht gegeben. Man muss aber dazu sagen, man hat sie auch nicht gebraucht.»
  • «Wenn wir Deutschen damals im Ersten Weltkrieg nicht verloren hätten, dann hätte es den Zweiten Weltkrieg gar nicht mehr gebraucht.»
  • «Heute gibt es überall Medien. Ich damals hatte nur den Bayerischen Rundfunk. Aber das ist in dem Sinn ja auch kein Medium.»
  • «Volkslied über den Korea-Krieg: ‹Ei, ei, ei Korea, der Russ’ kimmt immer näher!›»
  • «In Deutschland haben wir nicht mal mehr die Wehrpflicht. Ein luftleerer Raum. Österreicher haben sie wieder eingeführt, weil sie eben Charakter haben.»
  • «Die SPD ist jetzt in Bayern beim Artenschutzprogramm dabei.»
  • «Jodler: Und unser Schwarzgold, sagt er, liegt in Liechtenstein auf der Bank.»
  • Über Bischof Haas: «Er darf kein Weissbier trinken, sonst wird er implodieren wie Franz Josef Strauss.»
(bk/red)

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