Rita Kieber-Beck (links) und Cornelia Herrmann. (Foto: Paul Trummer)
Kultur
Liechtenstein|01.12.2017 (Aktualisiert am 01.12.17 11:06)

Eugen Zotow: Ein konkurrenzloser Künstler

MAUREN - Aus Anlass des 25-Jahr-Jubiläums der Prof. Eugen Zotow-Ivan Miassojedoff-Stiftung veranstaltet das Liechtensteinische Landesmuseum die Ausstellung «Eugen Zotow als Briefmarkengestalter». Gestern fand hierzu im Kulturhaus Rössle ein Vortrag der Kunsthistorikerin Cornelia Herrmann statt.

Rita Kieber-Beck (links) und Cornelia Herrmann. (Foto: Paul Trummer)

MAUREN - Aus Anlass des 25-Jahr-Jubiläums der Prof. Eugen Zotow-Ivan Miassojedoff-Stiftung veranstaltet das Liechtensteinische Landesmuseum die Ausstellung «Eugen Zotow als Briefmarkengestalter». Gestern fand hierzu im Kulturhaus Rössle ein Vortrag der Kunsthistorikerin Cornelia Herrmann statt.

Am gestrigen Vortrag im Kulturhaus Rössle in Mauren zeichnete die Kunsthistorikerin Cornelia Herrmann anhand von Bildern und neuen Forschungserkenntnissen das Leben und insbesondere die Jahre des Exils in Liechtenstein des 1881 in der Ukraine geborenen Ivan Miassojedoff alias Eugen Zotow. «Wir sind keine Flüchtlinge» heisst es in einem Schreiben der Zotows an die Regierung. Und doch waren sie Zufluchtsuchende, die 1919 den Wirren der Herrschaft der Bolschewiki entflohen waren und ab 1921 vorerst für 13 Jahre in Berlin lebten. Eugen Zotow und seine Frau Malvina Zotowa landeten 1938 mit (gefälschten!) tschechischen Pässen in Vaduz. Es waren zwei unterschiedliche Leben, die Herrmann schilderte. Eines mit erfolgreicher Laufbahn des dem niederen Adel entstammenden Ivan Miassojedoff als Künstler in Russland. Bereits während seiner Ausbildung gewinnt er Stipendien, die ihm Reisen nach Rom, München, Paris und London ermöglichen.

Staatenlos und verarmt

In ihrem zweiten Leben im Exil in Liechtenstein wird die Welt klein und ärmlich. Sie wohnten in Vaduz in einfachsten Verhältnissen, ihre Aufenthaltsbewilligung erstreckte sich in der Regel auf drei Monate und wurde vor Ablauf auf höfliches Ersuchen hin jeweils per Regierungsbeschluss um weitere drei Monate verlängert. Ihr Aufenthalt war praktisch ein permanentes Provisorium. «Eingesperrt» auf 25 km2 ländlichem Raum, die Pässe waren bei der Polizei hinterlegt, durften sie ausschliesslich aus künstlerischer Tätigkeit einen Erwerb erzielen. Herrmann zitierte: «Sie waren ein ungewöhnliches Paar», schrieb Baron Eduard von Falz Fein. «Er war athletisch gebaut, von riesiger Statur, mit einem gepflegten Bart, ......, sie eine zierliche, feine Zirkustänzerin.» Als Staatenlose blieben die Zotows während der Kriegszeit im Land geduldet.

(hs)

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