(Archivfoto: Paul Trummer)
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Liechtenstein|01.12.2017 (Aktualisiert am 02.12.17 03:19)

Mehr Licht für Postboten und Nachtschwärmer

GAMPRIN - Nach einer Veranstaltung im Gemeindehaus in «absoluter» Finsternis auf dem Heimweg? Die Gampriner kennen das – und sie haben genug davon.

(Archivfoto: Paul Trummer)

GAMPRIN - Nach einer Veranstaltung im Gemeindehaus in «absoluter» Finsternis auf dem Heimweg? Die Gampriner kennen das – und sie haben genug davon.

Seit 2011 ist die Nacht in Gamprin dunkel. Die Strassenbeleuchtung wird – mit wenigen Ausnahmen – zwischen 0.30 und 5.30 Uhr abgestellt. So soll Energie gespart und die Lichtverschmutzung reduziert werden.

Nachtschwärmer und Postboten

«Im Verlaufe der letzten Jahre sind dann allerdings sukzessive neue Ansprüche entstanden und an die Gemeinde herangetragen worden», schreibt der Gampriner Gemeinderat in seinem Sitzungsprotokoll. So werde bemängelt, dass es auf dem Heimweg nach Veranstaltungen im Gemeindehaus oder in der Grossabünt «absolut finster» sei. Zudem wünschen sich laut Protokoll «unter anderem Nachtschwärmer, aber auch Eltern von Jugendlichen», dass die Strassenbeleuchtung erst um 1.30 Uhr abgestellt wird. Aber nicht nur die Letzten, die ins Bett gehen, stören sich an der Dunkelheit – auch die Ersten, die aufstehen, sind betroffen. Damit die Frühzustellung der Zeitungen «reibungslos» ablaufen könne, wünscht die Post, dass die Strassenlaternen bereits um 4.30 wieder leuchten.

Es geht dabei aber nicht nur darum, dass der angeheiterete Nachtschwärmer sein Haus oder der Postbote den Briefkasten nicht findet: «Alle diese Wünsche werden nicht zuletzt mit Sicherheitsaspekten in Verbindung gebracht», steht im Protokoll.

«Ideale Schnittmenge»

Das Problem: Wenn beide Wünsche berücksichtigt werden – die Zeit der Dunkelheit also um ganze zwei Stunden verringert wird –, stelle sich laut Gemeinderat «die Frage der Sinnhaftigkeit» dieser Massnahme. Und Durchbrennen lassen wäre zu teuer. Um dennoch möglichst allen Anliegen gerecht zu werden, sprach sich der Gemeinderat schliesslich für eine Lösung aus, mit der – laut Protokoll – «eine geradezu ideale Schnittmenge aller Aspekte erreicht werden kann»: Neu soll nur noch jede zweite Strassenlaterne ausgeschaltet werden. Dies wird an einzelnen Stras­sen in der Gemeinde bereits so praktiziert, was eine «sehr befriedigende» Situation geschaffen habe. Sowohl der Energieverbrauch als auch die Lichtverschmutzung können damit halbiert werden – dennoch ist genügend Licht vorhanden, um den Heimweg zu finden. Bei Strassenlaternen, die vor 1980 in Betrieb genommen wurden, sei dies aus technischen Gründen nicht möglich. Diese Ausnahmen werden in Kauf genommen, weil ein Umbau laut Protokoll unverhältnismässige Kosten verursachen würde. Zur Umsetzung der nun beschlossenen Massnahme spricht der Gemeinderat 14 000 Franken.

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Bewegungsmelder

Gamprin will in Sachen Strassenbeleuchtungen aber ohnehin neue Wege beschreiten. Beim Neubau oder im Zuge von Totalsanierungen der Gemeindestrassen sollen künftig «morderne Technologien» auf digitaler Basis – zum Beispiel ausgestattet «mit intelligenter und bewegungsabhängiger Lichtsteuerung etc.» – zum Zuge kommen. Die erste Strasse mit modernen Leuchten wird laut Protokoll wohl das Kirchgässle werden, das im kommenden Jahr saniert wird.

(ds)

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