Kinder, die in Triesen einen Sonntagsgottesdienst versäumt haben, dürfen keine Hostie empfangen. (Symbolfoto: SSI)
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Liechtenstein|30.11.2017

Triesner Kaplan wird Firmlinge nicht weiter unterrichten

VADUZ - Ein Brief an die Eltern der Firmkinder hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Nun haben Gemeinde und Pfarrei reagiert: Kaplan Sebastian Harwardt muss die Firmklasse abgeben.

Kinder, die in Triesen einen Sonntagsgottesdienst versäumt haben, dürfen keine Hostie empfangen. (Symbolfoto: SSI)

VADUZ - Ein Brief an die Eltern der Firmkinder hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Nun haben Gemeinde und Pfarrei reagiert: Kaplan Sebastian Harwardt muss die Firmklasse abgeben.

Ab Januar 2018 übernehme Pfarrer Andreas Fuchs bis zum Ende des laufenden Schuljahres federführend den Religionsunterricht. Er zeichnet sich damit für die Vorbereitung der der Firmlinge sowie die Organisation und Durchführung der Firmfeier verantwortlich. Das teilte die Gemeinde auf Anfrage des «Volksblattes» mit. Kaplan Sebastian Harwardt werde indessen andere Aufgaben in der Pfarrei übernehmen und entlaste im Gegenzug den Pfarrer. Die gegenseitige Stellvertretung sei gewährleistet. Zu den Gründen sagt Peter Kindle, Kommunikationsbeauftragter der Gemeinde: «Im Zentrum des Interesses dieser Neuregelung stehen selbstverständlich die Schulkinder. Mit der Neuregelung sind alle Beteiligten überzeugt, einen angemessenen Beitrag für ein feierliches Firmfest geleistet zu haben.» Es gehe ausschliesslich darum, den Schulkindern einen positiven Zugang zu Gott und zu allen Sakramenten zu bereiten, so Kindle. Auf die Frage, ob der Kaplan im nächsten Jahr wieder die Firmklasse übernehmen könnte, sagt Kindle: «Aus Sicht der Gemeinde wäre dies keinesfalls zielführend. Eine Lösung, beispielsweise mit Katecheten, ist anzustreben und gemeinsam mit dem Pfarrer zu finden. Es gilt auch im kommenden Schuljahr, allen Beteiligten und Betroffenen gerecht zu werden. Wir haben allerdings noch ausreichend Zeit, alles fundiert zu planen und vorzubereiten.»

Busse statt Hostie

Den Stein ins Rollen gebracht hat ein Brief an die Eltern der Firmkinder. (Das «Volksblatt» berichtete.) Darin berief sich der Kaplan auf den Katechismus der Katholischen Kirche und wies darauf hin, dass Katholiken, die die Sonntagspflicht versäumen, eine schwere Sünde begehen. Um die Kinder zum sonntäglichen Kirchgang zu animieren, setzte er auf Zuckerbrot und Peitsche: So konnten auf einer Punktekarte Kleberchen gesammelt werden, um die Anzahl Kirchgänge zu dokumentieren. Auf der anderen Seite machte er den Kindern klar, dass nur jene in der Sonntagsmesse die Hostie empfangen dürften, die am Sonntag davor auch in der Kirche waren. Alle anderen könnten lediglich mit vor der Brust gekreuzten Armen den Segen des Pfarrers abholen – es sei denn, sie hätten vor dem Kirchgang ihre «schwere Sünde», also den verpassten Kirchgang, gebeichtet.  Im Elternbrief nahm der Kaplan auch die Eltern in die Pflicht. Schliesslich gelte das mit den überkreuz verschränkten Armen auch für Erwachsene – hier fügte er noch bei: «Auch katholische Eltern, die z. B. nicht kirchlich verheiratet sind bzw. in einer wilden Ehe leben, dürfen die Kommunion so lange nicht empfangen, bis der Zustand bereinigt wurde. Zudem gehört auch das zumindest einmal im Jahr empfangene Busssakrament zur Voraussetzung des Kommunionempfangs. Dies ist keinesfalls als Strafe, sondern als Schutz zu sehen!»

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Donnerstag (30.11.2017) und in der Onlineausgabe.

(dq )

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