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Überreste eines Hauses im lössähnlichen Sediment: deutlich zeichnen sich die parallel verlaufenden Gräben ab. (Foto: IKR)
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Liechtenstein|15.11.2017 (Aktualisiert am 15.11.17 13:06)

Notgrabung: Bronzezeit-Siedlung in Gamprin grösser als angenommen

GAMPRIN - Die Bauarbeiten auf einem Grundstück an der Strasse Badäl in Gamprin lösten eine archäologische Notgrabung aus. Von Mitte September bis Mitte Oktober habe das Team der Archäologie auf einer Fläche von ungefähr 80 Quadratmetern wie bereits im Frühsommer noch einmal bronzezeitliche Siedlungsstrukturen dokumentiert. Dies teilte das Amt für Kultur am Mittwoch mit.

Überreste eines Hauses im lössähnlichen Sediment: deutlich zeichnen sich die parallel verlaufenden Gräben ab. (Foto: IKR)

GAMPRIN - Die Bauarbeiten auf einem Grundstück an der Strasse Badäl in Gamprin lösten eine archäologische Notgrabung aus. Von Mitte September bis Mitte Oktober habe das Team der Archäologie auf einer Fläche von ungefähr 80 Quadratmetern wie bereits im Frühsommer noch einmal bronzezeitliche Siedlungsstrukturen dokumentiert. Dies teilte das Amt für Kultur am Mittwoch mit.

1949 wurde beim Bau der Strasse nach Schellenberg eine Kulturschicht der Jungsteinzeit (4. bis 3. Jahrtausend v. Chr.) angeschnitten. 1987 entdeckte man im selben Gebiet bei einem Aushub eine mittelbronzezeitliche Gewandnadel (15.-13. Jahrhundert v. Chr.). Zudem führte die Archäologie vom März bis Mai 2017 eine archäologische Notgrabung im Kreuzungsbereich Badäl/Oberbühl durch. Dabei kamen Siedlungsreste aus der Zeit zwischen 1500 und 1000 v. Chr. und Funde der Römerzeit (2./3. Jahrhundert n. Chr.) zum Vorschein.

Viel Information auf kleinem Raum

Die im Frühjahr gemachten Beobachtungen hätten dazu geführt, dass das Team der Archäologie den Aushub auf der Nachbarparzelle von Beginn an begleitete. Unter einem lössähnlichen Sediment seien mehrere Steinlagen und Gräben dokumentiert worden. Während die Steinpackungen laut Amt vermutlich der Festigung des Untergrunds dienten, sei die Funktion der parallel verlaufenden, mit kleinen Steinen verfüllten Gräben nicht endgültig geklärt. Am ehesten lassen sie sich laut der Archäologen als Überreste eines Hauses deuten, dessen Holzkonstruktion im Fundamentbereich auf eine befestigte Auflage gestellt war. Weiter nördlich liessen eine mit Holzkohle verfüllte Grube und rot verbrannte Erde auf ein Feuer oder Brandereignis schliessen.

Im Gegensatz zu der im Frühjahr ausgegrabenen Fläche seien im Badäl jedoch nur wenige Bronzeobjekte zum Vorschein gekommen. Darunter befinde sich eine vollständig erhaltene Gewandnadel, die in die Mittel- bis frühe Spätbronzezeit (15.-12. Jahrhundert v. Chr.) datiert. Aus derselben Zeit würden auch die Keramikfragmente stammen.

Die aus der jetzt abgeschlossenen Notgrabung im Badäl gewonnen Erkenntnisse zeigen laut Amt, dass die bronzezeitliche Siedlung in Gamprin grösser war, als bisher angenommen.

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Über­­reste eines Hauses im lössähn­lichen Sediment: deutlich zeichnen sich die paral­lel verlaufenden Gräben ab. (Foto: IKR)
(ikr/red)

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