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Roman Banzer (Dozent an der Universität Liechtenstein) referierte am Montagabend im Haus Gutenberg in Balzers rund um das Thema Dialekte. (Foto: P. Trummer)
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Liechtenstein|15.11.2017

"Wia ma bi üüs red" - Vortrag mit "ghöriger" Diskussion

BALZERS - Roman Banzer hat sich in seinen Forschungen intensiv mit den Liechtensteiner Dialekten auseinandergesetzt. Am Montagabend referierte der Sprachwissenschaftler im Haus Gutenberg in Balzers.

Roman Banzer (Dozent an der Universität Liechtenstein) referierte am Montagabend im Haus Gutenberg in Balzers rund um das Thema Dialekte. (Foto: P. Trummer)

BALZERS - Roman Banzer hat sich in seinen Forschungen intensiv mit den Liechtensteiner Dialekten auseinandergesetzt. Am Montagabend referierte der Sprachwissenschaftler im Haus Gutenberg in Balzers.

Rund «zwänzg» Balzner und weitere Gäste aus anderen Gemeinden und dem nahen Ausland haben sich zum Vortrag von Roman Banzer im Haus Gutenberg in Balzers versammelt, um die Geschichte und Einzigartigkeiten der Liechtensteiner Dialekte – vor allem demjenigen der Balzner – näher kennenzulernen. Nicht fehlen durfte auch eine längere Diskussion, wie und in welche Richtung sich die FL-Dialekte entwickeln: Angst vor Identitätsverlust und «Verflachung» inklusive – ganz getreu der mehrfach geäusserten Aussage: «Di Junga könns jo numma!» Wie sich während des Referats aber herausstellte, waren sich aber auch die älteren Semester nicht immer ganz einig, wie ein Wort denn «richtig» auszusprechen sei.

Das Rätsel um die Sprachlaute

«Ja, die Sprache wandelt sich», so die Grundaussage von Roman Banzers Vortrag. «Am schnellsten unterwegs ist der Wortschatz mit Blick auf die zahlreichen neuen Gebrauchsgegenstände wie dem Computer – gefolgt von Grammatik und Wortbau.» Am langsamsten verändere sich indes der Wortlaut. Warum sich dieser in den Gemeinden so unterschiedlich entwickelte (am Beispiel «Stein»: Schtoo, Schtaa oder Schtei), sei heute noch ein Mysterium – gerade im Talgebiet von Liechtenstein, wo es kaum geografische Grenzen gibt. Ob es nun tatsächlich am «Schäädgraba» oder an der politischen Zugehörigkeit wie den unterschiedlichen Bistümern gelegen haben mag, ist laut Banzer offen.

Oberländer übernehmen die Macht

Auf jeden Fall wächst Liechtenstein sprachlich immer näher zusammen. «Dies ist eindeutig feststellbar», sagt Roman Banzer. «Hierbei nimmt das Oberland eine Vormachtstellung ein. So passen sich gerade die Unterländer und Triesenberger immer mehr dem Vaduzer und Schaaner Dialekt an.» Aller romantischen Sehnsucht zum Trotz seien solche Veränderungen nicht weiter schlimm, betonte Banzer mehrfach. Da damit ja auch «linguistischer Ballast» von Bord geworfen wird: «Eine Sprache unter allen Umständen zu halten, ist unmöglich – genau wie das Wasser geht auch das Gesprochene mit der Zeit und passt sich immer wieder den Gegebenheiten an.» Das sei nicht nur in Liechtenstein der Fall. Jährlich würden etwa hundert Sprachen aus Gründen der Globalisierung und der Migration aussterben.

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Mittwoch (15.11.2017).

(hm)

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