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Mehr als vier Jahre nach dem schweren Grubenunglück im westtürkischen Soma mit mehr als 300 Toten hat ein Gericht umstrittene Haftstrafen ausgesprochen. Die Familienangehörigen schrien nach dem Urteil die Richter an. (Archivbild)
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International|11.07.2018

Grubenunglück von Soma mit 301 Toten: Haftstrafen in der Türkei

ISTANBUL - Über vier Jahre nach dem schweren Grubenunglück im westtürkischen Soma mit mehr als 300 Toten hat ein Gericht einige prominente Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt. Das Gericht hat äusserst umstrittene Urteile gesprochen.

Mehr als vier Jahre nach dem schweren Grubenunglück im westtürkischen Soma mit mehr als 300 Toten hat ein Gericht umstrittene Haftstrafen ausgesprochen. Die Familienangehörigen schrien nach dem Urteil die Richter an. (Archivbild)

ISTANBUL - Über vier Jahre nach dem schweren Grubenunglück im westtürkischen Soma mit mehr als 300 Toten hat ein Gericht einige prominente Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt. Das Gericht hat äusserst umstrittene Urteile gesprochen.

Besonders gespannt wurden die Urteile gegen die Führungsriege der Mine verfolgt: Ihr wurde vorgeworfen, aus Profitgier Sicherheitsmassnahmen vernachlässigt zu haben. Der Geschäftsführer der Bergbaufirma soll nun für 15 Jahre ins Gefängnis, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch berichtete. Der Direktor des Bergwerks wurde zu mehr als 22 Jahren Gefängnis verurteilt.

Insgesamt gab es laut der Nachrichtenagentur DHA Haftstrafen zwischen 6 und 22 Jahren für 14 der insgesamt 51 Angeklagten. 37 wurden dagegen freigesprochen - unter ihnen der ehemalige Chef der Mine. Das Strafmass blieb damit weit hinter den Erwartungen von Opfer-Anwälten und Hinterbliebenen zurück. Die Anklage hatte allein für elf der Beschuldigten mehrfach lebenslange Haftstrafen gefordert.

Wut der Anwältin gross

Angehörige schrien aufgebracht die Richter an. Eine Anwältin sagte nach dem Prozess: "Unsere Wut ist wirklich sehr gross. Es ist nicht zu beschreiben, was da drinnen vorgegangen ist." Der Wortführer der Opfer-Anwälte, Can Atalay, sagte der Nachrichtenagentur dpa, man werde gegen die Urteile vorgehen. Im Fernsehen waren vor dem Gericht in der Provinz Manisa Tumulte zu sehen.

Das Unglück hatte am 13. Mai 2014 in dem Braunkohlebergwerk mit einem Feuer begonnen. Die Ursache ist bis heute nicht völlig geklärt. 301 Kumpel starben - die meisten erstickten, unter anderem weil es laut Medienberichten an Entlüftungsanlagen und Schutzräumen fehlte. Hunderte Grubenarbeiter wurden verletzt.

Es war das schwerste Grubenunglück in der Geschichte der Türkei und hatte damals viel Aufmerksamkeit auf die schlechten Arbeitsbedingungen im türkischen Bergbau gelenkt. Die Bilder von den Toten und Geretteten gingen um die Welt.

Der Prozess dauerte mehr als drei Jahre. Opfer-Anwalt Atalay protestierte mehrfach, dass ihm und seinen Kollegen immer wieder Steine in den Weg gelegt würden. Zuletzt war vergangene Woche die Urteilsverkündung verschoben worden.

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