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Leserbrief

Worum es (nicht) geht

IG weg mit der Hochspannung | 26. November 2022

Es geht nicht darum, die Stromleitungen, die das Elltal verschandeln und am Quartier Brüel vorbeigehen, ersatzlos zu streichen, es geht darum, sie zu verlegen. Dass die Versorgungssicherheit gewährleistet werden muss, ist allen klar. Die Angstmacherei mit dem fehlenden Strom bei einem Nein durch den Landtag schiesst völlig am Ziel vorbei. Leider betet aber mittlerweile auch unsere Regierung diese Schutzbehauptung der Swissgrid unreflektiert nach und verstellt damit den Blick auf die wirklich wichtigen Fragen.
Warum verdreht die Swissgrid bewusst die Tatsachen? Zum einen ist das weitere Verwenden der bisherigen Leitung für sie die mit Abstand kostengünstigste Variante. Vor allem aber scheut sie jede Form einer Leitungsverlegung deshalb bis aufs Letzte, weil sie Angst davor hat, einen Präzedenzfall zu schaffen. Sie befürchtet, dass Hunderte Schweizer Gemeinden Analoges fordern könnten. Schon dies zeigt, wie ernst die Swissgrid Liechtenstein nimmt, nämlich überhaupt nicht, denn sie berücksichtigt nicht einmal, dass wir ein souveräner Staat sind.
Wir sind zuversichtlich, dass sich unsere Landtagsabgeordneten nicht zu Swissgridvertretern machen lassen, sondern sich diejenigen Fragen stellen, um die es wirklich geht:
• Darf es sein, dass nach Ablaufen eines Vertrages die eine Seite dies einfach nicht akzeptieren will?
• Darf es sein, dass die Swissgrid dafür belohnt wird, dass sie sich nie ernsthaft um eine tragfähige Lösung bemüht hat, obwohl sie seit vielen Jahren weiss, dass die Gemeinde Balzers, die Bürgergenossenschaft und die übrigen Grundeigentümer die Verträge nicht verlängern werden?
• Darf es sein, dass ein ausländisches Unternehmen einheimischen Bodenbesitzerinnen und -besitzern einen Vertrag aufzwingt, in dem es sich das Recht ausbedingt, die Nutzung praktisch nach Belieben zu verändern?
• Vor allem aber: Darf es sein, dass Liechtensteiner Bürgerinnen und Bürger sowie eine liechtensteinische Gemeinde und die Bürgergenossenschaft zugunsten eines ausländischen privaten Unternehmens enteignet werden?
Wir bitten den Landtag, die Swissgrid in die Schranken zu weisen. Erst danach ist das Finden einer tragfähigen Lösung möglich.

IG weg mit der Hochspannung

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