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Leserbrief

Back to the future Landesspital

Dr.med. Markus Anton Risch, Landstrasse 302, Triesen | 29. September 2022

Als langjähriger Beobachter der liechtensteinischen Medizinallandschaft frage ich mich, ohne jegliche Wertung der Vorfälle und Handlungen in den letzten 25 Jahren, ob nicht gerade jetzt nochmals ein Neuanfang gewagt werden sollte. Unserem Land sind, so modern und entwickelt, so klein und fein es auch ist, in so manchen Dingen auf Grund einer kritischen Grösse Grenzen gesetzt. Hinsichtlich dieser Tatsache sind meiner Ansicht auch andere Ideen und Denkansätze nötig. Warum also nicht auch im medizinischen Bereich?
Wenn wir einen Blick zu unseren Schweizer Nachbarn werfen, sehen wir, dass ein massiver Verdrängungskampf im Spitalwesen stattfindet, welcher noch nicht abgeschlossen ist. Die zunehmende Spezialisierung in der Medizin geht weiter und ist auch in der Schweiz nur bezahlbar mit einer Konzentrierung der Ressourcen.
Liechtenstein, eingebettet in einem medizinischen Umfeld mit Spitzenmedizin erreichbar in wenigen Minuten per Ambulanz oder Helikopter, sollte sich bedacht und klug neu positionieren für unsere Bevölkerung. Mut zu neuen Lösungen.
Einen medizinischen Notfall mit Schockraum (Erstversorgung lebenserhaltender Massnahmen und Stabilisierung), mit einer Grundversorgung 24 Stunden/365 Tage im Jahr, integrierter Allgemeinpraxis, einer 24 Stunden offenen Apotheke. Eine Walk-in-Clinic mit einem begrenzten chirurgischen und medizinischen stationären Angebot. Dafür ist kein Standortwechsel notwendig! Es könnte an selber Stelle neu gebaut werden und in dieser Zeit könnte ein Containerbetrieb mit lediglich funktionierendem Notfall überbrücken. Dabei würden sich vielleicht auch so manche Notwendigkeiten erledigen.
Ausbau der bodengebundenen Hilfsmittel, konkret des Rettungsdienstes des Liechtensteinischen Roten Kreuzes. 1 bis 2 Fahrzeuge mehr mit entsprechendem Personal für kompetente Verlegungsfahrten, von korrekt triagierten Patienten in unserem Notfall, in entsprechende Kompetenzzentren für die Weiterversorgung. Der Helikopter Christoph Liechtenstein in Balzers als schnellstes Werkzeug, wenn’s brennt!
Rettungssanitäter, welche bereits heute sehr gut ausgebildet sind, zu «Paramedics» weiterbilden mit zusätzlichen Kompetenzen auf der Strasse.
Betten schaffen in den LAKs oder unserem kleinen Spital am jetzigen Standort für Frührehabilitation von frisch operierten Patienten.
All das soll eine Diskussion nochmals lostreten für ein Überdenken der aktuellen Situation. Ich bin mir bewusst, dass auch ich hier so manches übersehe, doch es braucht ein Projekt, welches für die nächsten Jahrzehnte die medizinische Versorgung von Liechtenstein abdeckt und bezahlbar ist.
Ein Ort, wo Herr und Frau Liechtenstein zu jeder Tages- und Nachtzeit freundlich und kompetent erwartet werden und sich sicher aufgehoben fühlen. Für dieses Projekt sind auf jeden Fall die aktuell herumgereichten Zahlen mehr als genügend.

Dr.med. Markus Anton Risch,
Landstrasse 302, Triesen

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