Leserbrief

Casinos schwimmen im Geld!

IG Volksmeinung | 13. August 2022

Die liechtensteinische Geldspielaufsicht hat einige Abschlusszahlen der Casinos für das Jahr 2021 veröffentlicht. Die Casinos waren wegen Corona nur 250 Tage anstatt 360 Tage geöffnet. Rechnet man den Bruttospielertrag von 82 Millionen Franken auf ein ganzes Jahr um, steigt dieser auf 118 Millionen Franken. Der Bruttospielertrag (BSE) wird wie folgt berechnet:

Alle geleisteten Einsätze (100 Prozent)
minus ausgeschüttete Gewinne (gemäss Aussage der Casinos im Durchschnitt circa 95 Prozent)
= Bruttospielertrag (ca. 5 Prozent)
minus Geldspielabgabe an den Staat in der Höhe von 28,2 Millionen Franken (circa 35 Prozent des BSE)
minus Geschäftsaufwand (Miete, Personalaufwand, Werbung, Abschreibungen etc.)
= Gewinn vor Steuern
minus Ertragssteuer (12,5 Prozent des Gewinns vor Steuern)
= Gewinn nach Steuern


Als Laie würde man den BSE mit 20 multiplizieren (5 % x 20 = 100 %), um die geleisteten Einsätze zu berechnen. Gemäss den Fachleuten der Casinos ist diese Rechnung falsch. Eine wichtige Kennzahl, nämlich alle geleisteten Einsätze (Jahresumsatz), wird somit geheim gehalten. Das Gleiche gilt für die Zahl der insgesamt verzeichneten Eintritte usw.
Die Casinobranche muss sich den Vorwurf erheblicher Intransparenz gefallen lassen. Das führt zu Interpretationen und Vermutungen über das lukrative und fragwürdige Glücksspielgeschäft. Den Casinos in unserem Land geht es nach wie vor sehr gut, von Gesundschrumpfen keine Rede, viel eher ist das Gegenteil der Fall.

Mehr Informationen im Internet auf www.volksmeinung.li.

IG Volksmeinung

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